Berlin - Die Idee, einen solchen Campus zu schaffen, war 2006 entstanden. Damals war die Rütli-Schule bundesweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem das Lehrerkollegium in einem Brandbrief an die Bildungsverwaltung über Gewaltprobleme an der Schule berichtet und eine Lösung gefordert hatte. Ziel des Modellprojekts Campus Rütli ist es, Bildung und Erziehung der Kinder aus dem Bezirk an einem Ort zu bündeln. Seither wird der Plan verfolgt, rund um die Schule Kitas, Jugendeinrichtungen, Musik- und Volkshochschule sowie Bildungsprojekte anzusiedeln.

Die Quartiershalle, die im Beisein von Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky sowie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (beide SPD) übergeben wurde, hat eine Nutzfläche von 1 730 Quadratmetern und wird künftig als Raum für Veranstaltungen genutzt. Gefördert wurde die sechs Millionen Euro teure Halle von der EU und dem Land Berlin. Die Halle bietet Platz für 800 Besucher, das Foyer für weitere 200. Zur Verfügung stehen soll die Quartiershalle zum einen für schulische Zwecke – für Sportunterricht oder Schulkonzerte –, aber auch für Theater- und Filmvorführungen für Anwohner.

Bildungssenatorin Scheeres ist überzeugt von diesem innovativen Projekt der Bildungspolitik: „Ich freue mich, dass nun sowohl die Schule beste Bedingungen für ihren Schulsport vorfindet als auch die Menschen im Kiez eine neue Multifunktionshalle haben, die nun mit Angeboten gefüllt werden kann.“ Die Halle entstand auf einem unbebauten Grundstück, die Bauzeit betrug anderthalb Jahre. (BLZ)