Berlin - Das Hin und Her hat ein Ende. Die für Januar 2015 im Flughafen Tempelhof geplante Modemesse Bread & Butter fällt aus. Das teilte der Chef der Modemesse Karl-Heinz Müller am Dienstag mit. „Nicht zuletzt durch selbst herbeigeführte Turbulenzen ist es uns nicht gelungen, eine ausreichende Anzahl an Ausstellern zu einer Teilnahme zu bewegen“, begründete Müller die Entscheidung. Er spielte damit darauf an, dass der Winter-Termin der Messe vor einigen Monaten zunächst abgesagt wurde, dann aber doch wieder stattfinden sollte. Die Aussteller haben dabei offenbar nicht mitgemacht.

Welche Konsequenzen die Absage der Modemesse für die künftige Nutzung des Flughafens Tempelhof hat, ist noch offen. Die Bread & Butter findet seit 2009 zweimal jährlich in der Haupthalle und in den Hangars des stillgelegten Airports statt. Einmal im Winter, einmal im Sommer. Für das Land Berlin ist das Fluch und Segen zugleich. Ein Segen ist es, weil durch die Modemesse jedes Jahr rund 1,6 Millionen Euro an Mieteinnahmen in die Kasse kommen.

Andere Nutzungen verhindert

Fluch ist, dass die Messe eine dauerhafte Nutzung der Veranstaltungsflächen durch andere Mieter auf lange Zeit verhindert. Denn der Vertrag mit der Modemesse läuft bis 2019 – mit der Option auf eine nochmalige Verlängerung um zehn Jahre.

Ob die Bread & Butter den Vertrag erfüllen wird, ist unklar. Eine Sprecherin der Modemesse konnte am Dienstag noch keine Angaben dazu machen, ob der Sommer-Termin im nächsten Jahr stattfinden wird. Messechef Müller erklärte vieldeutig: „Ich bin davon überzeugt, dass die Fortschreibung unseres Erfolgskonzeptes nicht durch die Wiederholung der Vergangenheit möglich ist.“

Die Äußerung „vielleicht muss auch etwas Großartiges zu Ende gehen, damit Neues entstehen kann“, deutet darauf hin, dass das Konzept der Messe komplett infrage stehen könnte. Die gesamte Branche befinde sich in einem rasanten Umbruch, erklärte Müller. „Deshalb müssen die Herausforderungen der Zukunft auf neuartige Weise gelöst werden.“ Müllers Mitteilung endet mit dem Satz: „Heute ist nicht alle Tage; ich komm wieder, keine Frage.“

Die Tempelhof Projekt GmbH, die für die Vermietung des Airports zuständig ist, äußerte ihr Bedauern über die Absage des Januar-Termins der Modemesse. Die Bread & Butter sei ein Wegbereiter für die Eventlocation Flughafen Tempelhof, sagte Gerhard W. Steindorf, Geschäftsführer des landeseigenen Unternehmens. „Ich hoffe, dass die Bread & Butter nicht dauerhaft abgesagt wird.“

Debatte ums Konzept zu erwarten

Die Tourismus-Werber von Visit-Berlin würdigten die „großen Verdienste“ der Bread & Butter für die Entwicklung Berlins zum internationalen Modestandort. „Erfreulich ist, dass die Labels sich zu den parallel stattfindenden Messen Panorama und Premium orientiert haben“, sagte Visit-Berlin-Geschäftsführer Burkhard Kieker. Trotz der Absage der Bread & Butter sei zur Modewoche im Januar wieder mit mehr als 200.000 Besuchern zu rechnen.

Der stillgelegte Flughafen soll auch künftig weiter als Veranstaltungsort genutzt werden. Im nächsten Jahr findet dort unter anderem die Formula E statt, eine Rennserie von Formel-1-Boliden mit Elektromotor. Im März tagt der Deutsche Pflegetag im Airport und im November lädt der Bundespresseball zum Tanz.

Sollte sich die Modemesse komplett aus Tempelhof zurückziehen, ist eine neue Debatte um die Nutzung des Airports zu erwarten. Immer wieder wird das Gebäude als möglicher Standort für die Landesbibliothek oder für ein Luftfahrtmuseum genannt.