Erst sollte die Modemesse Bread?&?Butter wie bisher im Winter und im Sommer auf dem Flughafen Tempelhof stattfinden, mit einem Publikumstag, an dem schlappe 25?Euro Eintritt genommen werden. Dann sollte sie doch ohne Publikum und Eintritt stattfinden, die Aussteller hatten sich beklagt. Als nächstes hieß es: Sie findet statt, aber nur noch im Sommer in Tempelhof und im Winter in Barcelona. Sie findet statt, und zwar winters wie sommers in Tempelhof. Sie findet auf dem früheren Flughafen statt, aber nur noch in einer Halle, nicht wie üblich in fünf. Und schließlich: Sie findet nicht statt – zumindest nicht im Winter.

Durcheinandergekommen bei der Abfolge der Nachrichten aus den vergangenen Monaten? Es ist wirklich nicht leicht, in Sachen Bread?&?Butter auf dem Laufenden zu bleiben. Nachdem das Branchenblatt „Sportswear International“ am Donnerstag gemeldet hatte, die Januar-Ausgabe der Bread & Butter auf dem Berliner Flughafen Tempelhof falle aus, betonte Messe-Chef Karl-Heinz Müller am Freitag: „Es ist noch nichts offiziell entschieden.“ Der Bericht sei nichts als Spekulation.

Pause möglich

Vorstellbar wäre eine Pause, denn Müller war immer schon gut für solche Volten. Im Jahr 2001 gründete der Jeans-Verkäufer die Bread & Butter in Köln, zwei Jahre später ging er nach Berlin. Doch die Flächen auf dem früheren Siemensgelände auf der Insel Gartenfeld in Spandau waren Müller auf die Dauer zu weit ab vom Schuss. Da Berlin nichts Besseres bot, verließ er die Stadt 2007 und ging nach Barcelona.

Seine Rückkehr im Jahr 2009 geriet zum Coup: Ausgestattet mit einem von der Öffentlichkeit argwöhnisch beäugten Zehnjahresvertrag zog er in das begehrte frühere Flughafengebäude in Tempelhof, das er von da an zweimal im Jahr für mehrere Wochen blockte. Der Vertrag ist geheim. Offenbar steht aber drin, dass Müller die Messe nach Gutdünken ausfallen lassen kann.

Karl-Heinz Müller, der zwischenzeitlich den Jeans-Laden 14 oz. mit Filialen an der Neuen Schönhauser Straße und im Haus Cumberland am Kurfürstendamm eröffnet hat, war immer schon ein Zocker mit einem Hang zu gewagten Thesen. Legendär ist seine Begründung, die Wintermesse nicht wie angekündigt in Barcelona stattfinden zu lassen. In Katalonien sei das Wetter einfach zu gut – oder besser: nicht schlecht genug für den Wintertermin –, sodass man besser in Berlin bleibe.

Nun also doch das mögliche Aus für den Winter. Hintergrund aller Wendungen dürfte sein, dass das Jeans-Segment nicht mehr so stark wächst wie in den Vorjahren. (mit dpa)