Ein sieben Meter hohes Foyer, in Goldtönen gehalten. Ein eigener Fitness- und Wellnessbereich im Erdgeschoss. Ein Concierge, der mehr ist als ein Hausmeister und auf Wunsch auch Theaterkarten besorgt: Der Elf-Geschosser auf der Halbinsel Stralau in Friedrichshain macht seinem Namen alle Ehre.

Spreegold heißt das Gebäude, in dem von 1983 bis 1990 Mitarbeiter des DDR-Kosmetikinstituts Lippenstifte entwickelten und in Büros arbeiteten. Damals wurde es Goldenes Haus genannt – wegen seiner eloxierten Fassade, die ähnlich der am früheren Palast der Republik ein wenig golden schimmerte. Der neue Eigentümer, die Berliner Streletzki-Gruppe, hatte aber wohl vor allem goldene Geschäfte im Sinn, als er das Haus im Jahr 2007 kaufte.

Der Umbau des alten Industriegebäudes ist inzwischen abgeschlossen. Von dem einstigen DDR-Kombinat blieb nur das Stahlbeton-Skelett übrig, alles andere ist neu. Unter dem Haus, das dafür aufwendig auf Pfähle gehoben wurde, entstand eine Tiefgarage mit 90 Auto-Stellplätzen. Auf die acht Etagen wurden noch drei Stockwerke aufgesetzt.

Für rund 40 Millionen Euro entstand so ein Luxusquartier mit 116 Eigentumswohnungen, die zwischen 68 und 135 Quadratmeter groß sind. Bis zur neunten Etage sind laut Streletzki nahezu alle Wohnungen verkauft – zu Quadratmeterpreisen, die das Unternehmen nicht nennen will. Bei den zehn Penthouse-Wohnungen, die bis zu 216 Quadratmeter groß sind und deren Vermarktung jetzt beginnt, ist man auskunftsfreudiger. Sie sind ab 4500 Euro pro Quadratmeter zu haben. Die Bewohner können für diesen Preis dann auch einiges erwarten. So kommt der Concierge von einer Firma, die ein ehemaliger Adlon-Mitarbeiter gegründet hat.

Ruhe am Wasser

Der Name des Bauherren, Streletzki, ist in Berlin vor allem durch das Hotel Estrel in Neukölln und das Ellington Hotel in Schöneberg bekannt. Die Gruppe ist bereits seit Jahren aber auch in Sachen Wohnimmobilien tätig.

Die Halbinsel Stralau gehört dabei zu ihren bevorzugten Betätigungsgebieten, wie Geschäftsführer Julian Streletzki sagt. „Stralau erlebt momentan eine tolle Entwicklung vom einstigen Gewerbegebiet hin zum beliebten Berliner Wohnviertel.“ Die Vorzüge der Halbinsel seien gefragt: Man wohne ruhig am Wasser zwischen Rummelsburger See und Spree und der Treptower Park sei ebenso nahe wie das Kneipenviertel rund ums Ostkreuz.

Die Streletzki-Gruppe bereitet unter dem Namen Rive bereits ihr nächstes Wohnprojekt auf Stralau vor. Auf einem rund 9 000 Quadratmeter großen Grundstück neben dem Sportplatz wurde gerade der ehemalige Sitz des Wasser- und Schifffahrtsamtes abgerissen. Bis Ende 2016 sollen an dieser Stelle etwa 100 Eigentumswohnungen entstehen. Die Preise dort klingen angesichts des Projektes Spreegold geradezu günstig – sie liegen bei 3 590 Euro aufwärts pro Quadratmeter.