Möbelhändler Kurt Krieger: War nicht so gemeint

Ironie ist gefährlich. Nicht jeder erkennt sie. Der Berliner Unternehmer Kurt Krieger (Möbel Höffner) hat bei einer öffentlichen Veranstaltung am Mittwochabend gesagt, er verkaufe eines seiner Grundstücke, die Brachfläche des früheren Rangierbahnhofs in Pankow, an das Land Berlin. Er überlege, ob er aussteige.

Kriegers Satz irritierte manche. In der Vergangenheit hatte der mehrfache Millionär immer wieder betont, wie wichtig ihm das Bauvorhaben „Pankower Tor“ sei. In der Nachbarschaft sei er aufgewachsen, dort wolle er sich ein Denkmal errichten, erzählte er. Für 350 Millionen Euro will Krieger die riesige Brachfläche zwischen den S-Bahnhöfen Pankow und Heinersdorf entwickeln. Auf dem 40 Hektar großen und zwei Kilometer langen Gelände will der Geschäftsmann ein Möbelhaus errichten, ein riesiges Einkaufszentrum, viele Parkplätze und einen Park. Zurzeit verhandelt Krieger mit dem Senat und dem Bezirk Pankow über die Art und den Umfang der Bebauung. Es geht um Kompromisse, es gibt Streit und energische Debatten.

Der Pankower Abgeordnete der Grünen, Andreas Otto, reagierte gleich am nächsten Tag auf Kriegers Äußerung. Der Senat müsse das „Übernahmeangebot annehmen“, jetzt ergäben sich völlig neue Perspektiven. Aus Investorenplanung könne nun echte Stadtplanung werden, sagt Otto.

Nicht als Humor verstanden

Kurt Krieger will seine Äußerung vom Vortag nicht kommentieren. Aus seinem Umfeld heißt es, er habe sich doch nur „ironisch“ geäußert, er verkaufe das Areal nicht. „Das ist typisch Kriegers Humor“, sagt einer, der ihn gut kennt. Offenbar hätten manche Politiker keinen Sinn dafür. Der Grünen-Abgeordnete Otto sagt, er habe Kriegers Satz nicht als Humor verstanden. „Ich glaube einem Investor, was er sagt.“

Fest steht: Das Land Berlin und der Senat stimmen Kriegers Plänen für das „Pankower Tor“ nicht unwidersprochen zu. Das Einkaufszentrum sei viel zu groß, es gebe zu viele Parkplätze, aber kein Verkehrskonzept, Kriegers Planung sei völlig veraltet, sagen seine Kritiker. „Wir wollen einen neuen, lebendigen Stadtteil, kein reines Einkaufszentrum“, sagt Jens-Holger Kirchner (Grüne), Stadtrat für Stadtentwicklung. Der Senat will auf dem Gelände 1500 neue Wohnungen bauen, ein Drittel davon sollen nach sozialen Kriterien vergeben werden.

Etwa 21 Millionen Euro müsste das Land Berlin für das Grundstück an Krieger zahlen, sollte er es verkaufen. Will er aber gar nicht. War doch alles nicht so ernst gemeint.