Die Ausflugsgruppe hat es sich bequem gemacht unweit des, na ja, Zentrums des Sturms, dem Moritzhof im Mauerpark. Vier Kinder und drei Erwachsene – zwei Frauen, ein Mann – lagern an diesem März-Sonnabend auf einer Decke, spielen Ball, lassen Propeller fliegen, essen Nüsse und Obst, machen sich Gedanken. Über den Wert von Grünflächen in der Stadt an sich, über den Mauerpark im Besonderen, über die Pläne zur Bebauung des Nachbargrundstücks im ganz Speziellen. Es ist das Wochenende, nachdem der Senat angekündigt hat, dass er das Bebauungsverfahren an sich ziehe.

„Ich finde, man sollte alles so lassen wie es ist. Wildwuchs ist doch schön, daraus entsteht vielleicht Kreatives“, sagt eine der Frauen. „Immer dieses Wachstum ist schädlich für die Stadt und die Leute, die in ihr wohnen.“ Wo die vielen Neu-Berliner denn wohnen sollten, die Jahr für Jahr in die Stadt kämen? Es brauche niemand zu kommen, die Stadt sei voll genug, sagt sie. Ihre Freundin ergänzt, man habe schon so viele schlechte Erfahrungen mit Bauprojekten gemacht, dass man nichts mehr glauben könne. Auch im konkreten Fall eben nicht, wo der Immobilienunternehmer Klaus Groth die (relativ kleine) nordwestliche Ecke des Mauerparks nördlich der Gleimstraße mit 708 Wohnungen bebauen will. „Und dann wird es am Ende doch viel mehr, wenn man erstmal anfängt“, sagt die Frau.

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