Berlin-Zehlendorf - Fast 20 Jahre nach einem tödlichen Kopfschuss auf einen Medikamentenhändler sucht die Berliner Polizei öffentlich nach dem mutmaßlichen Mörder. Es dürfte jedoch schwierig werden, den heute 67 Jahre alten Vladimir Svintkovski auf den Fotos wiederzuerkennen. Die Bilder des Verdächtigen, die die Staatsanwaltschaft am Montag veröffentlichte, stammen aus den 90er Jahren. Zudem ist der Mann ein Verwandlungskünstler.

Der Gesuchte soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft am 6. Mai 1999 den damals 45 Jahre alten Händler Piotr Blumenstock in einem Park an der Von-Luck-Straße in Zehlendorf in einem Busch aufgelauert und zweimal in den Kopf geschossen haben. Blumenstock starb drei Tage später in einem Krankenhaus.

Ermittler suchen den Verwandlungskünstler

Da Mord nicht verjährt, sei der Fall in Bearbeitung geblieben, sagte ein Polizeisprecher. Wie die Ermittler nach der langen Zeit auf die Spur des Verdächtigen kamen, teilte die Polizei auf Anfrage nicht mit.
Die Ermittler der 5. Mordkommission hoffen nun auf die Unterstützung der Bevölkerung. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, haben die Ermittlungsbehörden eine Belohnung von bis zu 10 000 Euro ausgesetzt. Nach dem Polen mit russischen Wurzeln wird mit einem internationalen Haftbefehl gefahndet.

Es sei möglich, dass er sein Gesicht inzwischen mit Operationen verändert habe und deutlich jünger aussehe. „Er ist ein Verwandlungskünstler, trägt regelmäßig verschiedene Perücken und verändert sein Barthaar“, erklärte Polizeisprecher Martin Halweg. Auch verschiedene Aliasnamen, also falsche Personalien, soll der 67-Jährige in der Vergangenheit benutzt haben. Svintkovski ist laut Polizei 1,76 Meter groß. Er spricht mehrere Sprachen, darunter Deutsch, Polnisch und Russisch. Seine markanten Haare könnten allerdings verblasst oder ergraut sein, so Halweg. 

Opfer hatte Medikamente verkauft

Ermittler vermuteten anfangs, dass eine Bande, die mit pharmazeutischen Produkten handelt, für die Tat verantwortlich sein könnte. Das Opfer hatte Medikamenten nach Osteuropa verkauft. Er kaufte von deutschen Firmen pflanzliche Heilmittel, übersetzte die Beipackzettel, lieferte die Ware mit einem Transporter direkt nach Polen und in die baltischen Staaten. Die Geschäfte sollen gut gelaufen sein, berichteten damals Freunde von Blumenstock.

Eine Bekannte des Toten gab an, dass der Händler kurz vor der Tat mit einem Osteuropäer telefoniert hatte. Anschließend habe er sich in einem Motorradladen ein Halstuch kaufen wollen. In dem Geschäft kam er jedoch nie an. 

Erst Mitte November 2018 hatten Berliner Ermittler einen Mann gefasst, der 1987 eine Frau in Berlin-Neukölln ermordet haben soll - dabei sollen DNA-Untersuchungen den Durchbruch gebracht haben.  

Die Ermittler fragen:

Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Berlin unter der Telefonnummer (030) 4664973209, per Fax unter der Nummer (030) 4664973299 und per E-Mail fahndung-blume@polizei.berlin.de entgegen.