Berlin - Es ist das erste Mal, dass Bekim H. im Gerichtssaal etwas sagt. Dass er nicht seine Anwälte für sich sprechen lässt. Es ist das letzte Wort, das dem Angeklagten im Prozess um den Mord an der 15-jährigen Noelle an diesem Dienstagmittag vor der Urteilsverkündung zusteht. Der 42-Jährige steht auf, er nimmt seine Mund-Nasen-Maske ab. Dann schaut er Mutter und Schwester des getöteten Mädchens an. Als Nebenklägerinnen haben sie ihm an fast jedem der 13. Verhandlungstage gegenübergesessen. „Ich möchte mich entschuldigen bei der Familie. Ich wollte nie, dass das Mädchen stirbt. Ich wollte es nicht umbringen. Es tut mir leid.“

Zweieinhalb Stunden später verkündet Matthias Schertz, der Vorsitzende Richter der 32. Großen Strafkammer, das Urteil gegen Bekim H: lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes in Tateinheit mit Vergewaltigung. Eine besondere Schwere der Schuld, so wie sie der Oberstaatsanwalt beantragte, sieht die Kammer nicht. Der Fall müsse außergewöhnlich von einem Verdeckungsmord abweichen, erklärt Schertz. Das sei nicht der Fall. Zudem weise die Tat neben dem Mordmerkmal der Verdeckung keinen anderen Mordmerkmale auf. Auch die Verhängung der Sicherungsverwahrung sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

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