Möhring, Kranzler, jetzt auch Mövenpick. Ach, es gibt schon wieder einen Grund in der City-West, alten Zeiten nachzutrauern. Das Mövenpick im Europa-Center, ein Zwitter aus Restaurant und Café, ist dicht. Am Sonntag ging der letzte Kaffee über den Tresen – oder besser: der letzte Kafi Zwetschgen, eine Schweizer Kaffeespezialität mit Zwetschgenwasser. Schließlich ist Mövenpick eine helvetische Institution. Es war ein Ereignis in der westlichen Halbstadt, als im August 1984 Unternehmer Ueli Prager aus Zürich anreiste, um am Breitscheidplatz, ein neues, mehrstöckiges Restaurant zu eröffnen. Das Mövenpick war eine Sensation: Es wirkte offen, freundlich, frisch. Nicht selbstverständlich für die damalige Zeit.

Doch das ist lange vorbei. Lange schon leiden die Schweizer unter schlechten Geschäften, das Auslaufen des Pachtvertrags nutzte man jetzt zum Rückzug. „Die Umsätze sind rückläufig“, bestätigt Sprecherin Nicole Maissen, die Fläche mit 1810 Quadratmetern zu groß. Längst setzt das Unternehmen mit seiner Kette Marché auf kleinere Standorte, gerne an Flughäfen. Sollte der BER eröffnen, soll es dort zwei Marché-Outlets, wie die Bistros im Firmenjargon heißen, geben. Dafür sollen die Standorte in Tegel und Schönefeld-Alt schließen.

Im Europa-Center dürfte bald ein neuer Gastronom einziehen. Zwar schweigt der Vermieter dazu, aber „es besteht dort weiter Bedarf an Essen und Trinken“, sagt Gottfried Kupsch, Vorstands-Chef der AG City. Er tippe auf Systemgastronomie mit Selbstbedienung, wahrscheinlich aber keiner der üblichen Burger-Bräter. „Die nutzen ungern mehrere Etagen“, so Kupsch.