Berlin - Es darf wieder getanzt und Theater gespielt werden an der Spree. Nach langem Kampf, über den die Berliner Zeitung berichtete, hat der Verein „Einfachmachen 21“ die Zusage erhalten, das Monbijou-Theater für diesen Sommer wiederzubeleben. Am Donnerstag kam die mündliche Zusage vom Bezirk Mitte, das seit 2018 brachliegende Freilufttheater gegenüber dem Bode-Museum samt Barbetrieb und Tanzfläche zu genehmigen.

„Ich kann es gar nicht in Worte fassen“, sagt Daniel Sellier, er freut sich. Der Schauspieler ist einer der beiden Vorstände des Vereins aus Anwohnern und Kulturschaffenden, die seit Wochen versucht haben, das Theater zu retten. „Als die Zusage kam, haben wir die Laptops zugeklappt und den Champagner aufgemacht, bis jemand gesagt hat, dass wir noch wahnsinnig viel zu tun haben.“ Bis Mitte Juli soll das Theater nun eröffnen.

Bisher ist die Zusage von Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) nur mündlich, auch die Humboldt-Universität müsste als Mitbesitzerin des Areals zustimmen, aber das gilt wohl eher als Formsache. Dann müsste das seit drei Jahren hinter einem Zaum lagernde Holz für die Tribünen freigegeben, überprüft und wieder als Amphitheater aufgebaut werden, der TÜV alles genehmigen. Der Spielplan steht immerhin schon weitgehend fest.

Workshops für Kinder geplant

Auch Workshops für Kinder soll es ab der Eröffnung geben, die am 15. Juli oder eine Woche früher oder später stattfinden könnte. Ein rauschendes Fest kündigt Sellier an. Auf die Anwohner, deren Beschwerden über Lärm mit zur Schließung geführt hatten, will man zugehen. Das Theater stand nur mit Ausnahmegenehmigung offiziell auf einer sogenannten Grünfläche. Die Betonfläche, ein früherer Weltkriegsbunker, wirkt allerdings eher grau.

Erschwert hatte die Wiedereröffnung auch ein Streit zwischen dem Bezirksamt und dem bisherigen Betreiber Christian Schulz, dem vorgeworfen wurde, eher eine Bar zu betreiben als einen Kulturbetrieb zu führen. Der Verein hat nun einen Vertrag mit Schulz, der die Holzbauten inklusive der Märchenhütten nebenan zur Verfügung stellt. „Der Bezirk hat, glaube ich, gemerkt, dass wir es ernst meinen mit Kultur und Theater, dass wir wissen, was wir tun und dass wir kein Marionettentheater von Herr Schulz sind“, sagt Vereinsvorstand Sellier. Nun hofft er, mit dem Theater über den Sommer hinaus bleiben zu dürfen. Er würde aber auch eine Ausschreibung akzeptieren und sich neu bewerben.

 Gerd Engelsmann
Viel zu tun am Monbijoupark. Die Kunstschaffenden des Vereins „Einfachmachen 21“ müssen alles wieder aufbauen.

Das Bezirksamt teilt auf Nachfrage mit: „Wir sind mit dem Verein im Gespräch und können uns grundsätzlich ein Kulturangebot durch ihn an diesem Ort vorstellen.“ Allerdings müsse sichergestellt werden, dass sich der Barbetrieb nicht wie in der Vergangenheit weit in die Grünanlage ausdehne. „Grundsätzlich sind Störungen im öffentlichen Raum konsequent zu unterbinden, und dafür ist der Störer in Anspruch zu nehmen“, heißt es. Eine dauerhafte Umwidmung der Grünfläche neben dem Monbijoupark sei langwierig und dauere bis zu drei Jahre.