Berlin - Mehr als acht Monate nach einer tödlichen Messerattacke gegen die 14-jährige Keira aus Berlin ist ein Mitschüler zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Eine Jugendkammer des Landgerichts in der Hauptstadt sprach den 15-jährigen Deutschen am Donnerstag des Mordes schuldig. Der Jugendliche habe aus reiner Mordlust getötet. Das teilte eine Gerichtssprecherin mit. Der Prozess fand hinter verschlossenen Türen statt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Jugendstrafe von neun Jahren und zehn Monaten für den deutschen Schüler gefordert. Die Verteidiger hatten auf eine deutlich geringere Haftstrafe wegen eines „allenfalls minderschweren Fall des Totschlags“ plädiert.

Keira G. wurde mit 24 Messerstichen getötet

Der 15-Jährige, der auf dieselbe Schule ging, hatte die ein Jahr jüngere Eisschnellläuferin mit 24 Stichen eines Küchenmessers in Hals, Oberkörper und Rücken umgebracht haben. Einer der Stiche hatte ins Herz getroffen. In Ermittlerkreisen hieß es, dass beide zu Hausaufgaben verabredet gewesen seien.

Wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten war der Fall seit zwei Monaten ohne Öffentlichkeit aufgearbeitet worden. Angeklagt worden war Mord aus Heimtücke, niederen Beweggründen und Mordlust. Mordlust bei einem Jugendlichen anzuklagen, sei sehr selten, hatte Anwalt Roland Weber zum Prozessauftakt betont. Das bedeute, aus Freude darüber zu töten, ein anderes Leben zu vernichten. Weber, der auch Opferbeauftragter des Landes Berlin ist, begleitete die Mutter als Nebenklägerin. (BLZ/dpa)