Mord an Melanie R.: Mann verhaftet – DNA-Spuren führten zum Tatverdächtigen

Rund sechs Wochen nach dem gewaltsamen Tod der 30 Jahre alten Melanie R. in Pankow ist am Dienstag ein Tatverdächtiger in Nordspanien verhaftet worden. Zielfahnder der dortigen Polizei fassten zusammen mit Fahndern des Berliner Landeskriminalamtes den 38-Jährigen aus Bulgarien.

Er hatte sich unmittelbar nach der Tat ins Ausland abgesetzt. Seit 25. Juni steht fest, dass der Mann, der aus der Stadt Dobritsch im Nordosten Bulgariens stammt, wegen Mordverdachts gesucht wird. An diesem Tag hatte ein Richter Haftbefehl gegen ihn erlassen. Noch am Abend hatten sich die Zielfahnder auf den Weg nach Spanien gemacht.

Melanie R. wurde estickt

Die Leiche der Frau war am 27. Mai an einer S-Bahn-Trasse in der Dolomitenstraße in Pankow von einem Flaschensammler entdeckt worden – unweit von ihrer Wohnung entfernt. 

Bei der rechtsmedizinischen Untersuchung fanden die Ärzte heraus, dass die Frau zwei Tage zuvor erstickt wurde, und anschließend die Leiche in ein Gebüsch gezerrt wurde. Der Mann hatte zuvor versucht, die Frau zu vergewaltigen. Das wollte er offenbar durch den Mord vertuschen, sagte Martin Steltner auf Anfrage.

Professionelle Zusammenarbeit

Auf die Spur des Mannes war die Polizei durch dessen DNA-Spuren gekommen. Er hatte bei der Tat eine Mütze verloren. Daran wurden Haare sichergestellt. Außerdem fanden die Rechtsmediziner unter den Fingernägeln der Social-Media-Beraterin Melanie R. Hautpartikel des Mannes.

Die Frau hatte ihn bei ihrem Todeskampf tief in die Unterarme gekratzt. Diese Spuren vom Tatort konnten dem Verdächtigen in den europäischen Täterdateien eindeutig zugeordnet werden. Der Mann war bereits in Spanien wegen eines Raubes bei der Polizei registriert worden. Die Zusammenarbeit sei sehr professionell gewesen, hieß es am Mittwoch im Landeskriminalamt.

Der Bulgare sitzt zur Zeit in spanischer Untersuchungshaft. Seine Auslieferung hat die Berliner Generalstaatsanwaltschaft inzwischen beantragt. Unklar ist, wann der Verdächtige nach Berlin gebracht wird.