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Die Frauen, die nach und nach vor dem Rathaus Neukölln eintreffen, begrüßen sich mit herzlicher Umarmung. Es ist später Mittwochnachmittag. Bald sind es um die 100. Einige tragen ein Kopftuch. Einige haben selbst gebastelte Pappschilder mitgebracht. „Bildung ist Antigewalttraining“ steht darauf. Oder: „Unsere Jugend braucht Perspektiven“. Passanten bleiben stehen und hören zu. „Sowohl die Täter als auch die Opfer sind unsere Kinder. Sie brauchen ein Umfeld, das ihnen die Möglichkeit zur gewaltfreien Auseinandersetzung bietet“, ruft eine Rednerin. So steht es auch in dem Kundgebungsaufruf der Frauen des Neuköllner Vereins TIO. Sie haben ihn schon vor zehn Tagen verschickt. Lange, bevor der 32-jährige Orhan S., der in Berlin aufgewachsen ist und die Kreuzberger Carl-von-Ossietzky-Oberschule besucht hat, seine zwei Jahre jüngere Frau Semanur auf unfassbar brutale Weise ermordet.

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