Zwei Tage nach dem Mord an einem Kioskbetreiber in Steglitz, hat die Polizei ernsthafte Hinweise auf das Motiv des Täters. Demnach handelt es sich offenbar nicht um Rache nach dem Missbrauch von Kindern, sondern um einen Raubmord. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollten sich die Ermittler nicht weiter äußern. Bis zum Sonnabend war die Polizei davon ausgegangen, dass Thomas W. wegen seiner pädophilen Neigungen getötet wurde. In der Vergangenheit war wegen der Vorwürfe gegen ihn ermittelt worden.

Der 50 Jahre alte Mann war am vergangenen Freitag an den Folgen mehrerer Messerstiche in den Oberkörper gestorben. Kunden des Geschäfts in der Kniephofstraße/Ecke Göttinger Straße entdeckten die Leiche gegen 18.45 Uhr. Jetzt wurde bekannt, dass Zeugen einen Mann gesehen haben wollen, der eine Stunde zuvor aus dem Laden rannte. Die Mordkommission ist weiterhin auf Hinweise von Zeugen angewiesen. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Eine Paar hatte den Toten am Freitag entdeckt. Er lag im Verkaufsraum. Das Paar alarmierte die Feuerwehr und die Polizei. Ein Notarzt konnte dem Mann nicht mehr helfen. Später stellte ein Rechtsmediziner fest, dass Thomas W. an den Folgen mehrerer Messerstiche gestorben ist. Ein Messerstich soll das Herz direkt getroffen haben.

Die Polizei suchte noch in der Nacht zum Sonnabend mit Hunden den Tatort ab. Gebracht hat das nichts, hieß es am Sonnabend. Den Kriminaltechnikern gelang es jedoch, mehrere Spuren zu sichern. Inzwischen wurde bekannt, dass das Opfer bereits vor mehreren Wochen gewarnt worden sein soll. Thomas W. stand im Verdacht des Kindesmissbrauchs.

Bekannte berichteten am Sonnabend, dass er regelmäßig Besuch von minderjährigen Jungen hatte. Ermittlungen gegen ihn führte die Staatsanwaltschaft bereits vor mehreren Jahren wegen Kindesmissbrauchs. In der vergangenen Woche soll es zu einem Streit zwischen zwei Männern und dem 50 Jahre alten Thomas W. gekommen sein. Zeugen wollen dabei gehört haben, dass dem Kioskpächter mit dem Tode gedroht wurde, wenn er die Kinder nicht in Ruhe lässt.

Wir ermitteln in alle Richtungen, hieß es am Sonnabend aus der Staatsanwaltschaft und der Polizei. Diese bittet jetzt Zeugen des Mordes, sich zu melden. Zuletzt wurde Thomas W. lebend gegen 17.45 Uhr gesehen.