Mord vor 26 Jahren: SEK nimmt tatverdächtigen Berliner im Fall der getöteten Stephanie (10) fest

Der Mord an der kleinen Stephanie Drews (10) aus Weimar ist nach 26 Jahren offenbar aufgeklärt. Nach Informationen der Berliner Zeitung wurde der Täter jetzt in Berlin gefasst.

In der Holzhauser Straße (Reinickendorf) griff die Polizei zu. Die Beamten nahmen einen 65-jährigen Mann fest, einen ehemaligen Lkw-Fahrer. Diesen Montag wurde er am Amtsgericht Gera dem Haftrichter vorgeführt. Der Berliner steht laut der Staatsanwaltschaft Gera unter dringendem Verdacht, Stephanie Drews verschleppt und dann ermordet zu haben.

Am 24. August 1991 hatte das Mädchen mit Freundinnen in einem Park in Weimar gespielt. Laut Aussagen der anderen Kinder hatte ein Mann sie angesprochen und mitgenommen. Zwei Tage später wurde die Leiche von Stephanie Drews unter der Teufelstalbrücke der A4 gefunden. Der Täter hatte das Mädchen offenbar lebend von der 53 Meter hohen Brücke geworfen. Laut Untersuchungen der Gerichtsmedizin starb das Kind an den Folgen des Sturzes.

Kennzeichen aus DDR-Zeiten

Der Fall, der bereits zu den Akten gelegt war, wurde 2017 von der Thüringer Polizei-Sonderkommission „Altfälle“ neu aufgerollt. Von einer heißen Spur war die Rede. Denn es meldete sich bei der Polizei ein Zeuge, der damals auf der Brücke einen Mann beobachtete, der etwas hinunter warf. Neben dem Mann stand ein Kleintransporter. Der Zeuge, ein Pannenhelfer, habe sich noch Teile des Kennzeichens merken können, weil er mit einem Einsatz rechnete.

Mit drei möglichen Varianten des Kennzeichens, das noch aus DDR-Zeiten stammte, fahndete die Polizei erneut nach dem Mörder von Stephanie Drews. Es wurde eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise zur Ergreifung des Täters ausgelobt. Die Fahndung brachte die Soko „Altfälle“ auf den Mann nach Berlin. Die Staatsanwaltschaft will diesen Dienstag mehr Details verkünden.