Berlin - Auf dem dunklen Asphalt des breiten Uferwegs an der Rummelsburger Bucht, den sich Fußgänger, Jogger und Radfahrer teilen, steht in großen Buchstaben das Wort „Gedenkort“. Die weiße Farbe ist verblasst. An einem zwei Meter hohen Metallzaun, der eine Brache von dem Uferweg trennt, hängen aus Papier gefaltete Kraniche. Die Symbole des Glücks und des Friedens sind in verschiedenen Farben vorhanden. Jemand hat einen Topf mit roten und blauen Stiefmütterchen neben einem kurzen Brief platziert. „Liebe N. Dir wurde hier in der Nacht gewaltsam das Leben genommen. Du warst erst 15 Jahre alt, so viel lag vor Dir. Du wirst nie vergessen sein“, ist darauf zu lesen.

Gleich daneben sind weitere Briefe befestigt, in denen Freundinnen und Klassenkameraden von N. ihre Gedanken niedergeschrieben haben. Ab und an bleiben Passanten stehen, um sich die traurigen Botschaften anzuschauen. Das Gelände hinter dem Zaun ist nicht nur eine unbebaute, verwilderte Fläche, es ist auch der Ort eines Verbrechens. Im vergangenen Sommer fand die Polizei dort die nackte Leiche der 15-jährigen Noelle.

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