Der Prozess um den Mord an der hochschwangeren Maria P. wird in diesem Jahr nicht – wie geplant – zu Ende gehen. Nach dem letzten bisher geladenen Zeugen am Dienstag vor dem Landgericht beantragte der Verteidiger des wegen Mordes angeklagten 20-jährigen Ex-Freundes des Opfers die Vernehmung zweier weiterer Zeugen. Zudem muss das Gericht darüber entscheiden, ob es einen Sachverständigen mit der Erstellung eines Brandgutachtens beauftragt.

Eren T., der Ex-Freund von Maria?P., und der 20-jährige Daniel M. müssen sich vor Gericht wegen Mordes verantworten. Sie sollen die im neunten Monat schwangere Frau am Abend des 22. Januar dieses Jahres in ein Waldstück in Adlershof gelockt, sie dort niedergestochen und anschließend bei lebendigem Leib verbrannt haben. Laut Anklage ging es den Angeklagten darum, die Geburt des Kindes zu verhindern. Eren?T. wollte nicht Vater werden.

Bereits am Freitag der vergangenen Woche hatte das Gericht einen Brandermittler gehört. Der Mann hatte bekundet, dass Maria P. unsägliche Qualen erlitten haben müsse. Der Ermittler sagte aus, dass Maria P. mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Messerstich in den Bauch benommen oder gar besinnungslos an einem Baum gesessen habe, als die Täter Benzin über sie gossen. Nach dem Entzünden sei sie vermutlich aufgesprungen und habe versucht, ihre brennende Jacke auszuziehen. Nach wenigen Schritten sei sie zusammengebrochen und gestorben.

Olaf Franke, der Anwalt von Eren T., will nun einen Brandsachverständigen hören. Er bemängelt, dass es sich bei dem Zeugen vom Freitag lediglich um einen Mitarbeiter des Branddezernats gehandelt habe. Es geht wohl darum, dass die Anwälte der Angeklagten entkräften wollen, dass Maria P. durch eine dicht an sie gehaltene Feuerzeugflamme zu brennen begann. Vielmehr könnte auch der Zündfunken des Feuerzeugs aus einem Meter Entfernung für eine Verpuffung gereicht haben. Daniel M. soll bei der Polizei davon gesprochen haben, dass er Maria P. in dem Wald nur einen Schrecken einjagen wollte.

Am Dienstag hat auch der Polizist ausgesagt, bei dem Eren T. noch in der Tatnacht seine Ex-Freundin als vermisst gemeldet und erklärt hatte, er glaube, sein Freund habe Maria P. etwas angetan. Nach Eren T.’s Aussage sei er am Tatabend durch Daniel M. immer wieder gefragt worden, wie es wäre, wenn Maria tot sein würde. Der Beamte sagt, Eren T. habe von einem Brotmesser, einem Totschläger und einem Benzinkanister gesprochen und davon, dass Daniel M. mit der Frau davongefahren sei. Als sich die beiden Männer später wiedersahen, soll Daniel M. gesagt haben: „Ich habe das erledigt, was erledigt werden musste.“ Der Polizist sagt, Eren T. sei bei der Aussage gefasst, beinahe emotionslos gewesen.