Die Obdachlosen, die seit Wochen im U-Bahnhof Moritzplatz übernachten, sollen nach dem Willen des Senats, der BVG und der Berliner Stadtmission möglichst in zwei Container im angrenzenden Prinzessinnengarten umziehen. Die Eröffnung der Container ist für Freitag Mittag geplant, noch fehlt es jedoch an geeigneten Sitzgelegenheiten in den Einrichtungen.

Ob die Obdachlosen, das neue Angebot annehmen, könne man allerdings noch nicht absehen, sagt Matthias Fischer vom Kältebus der Berliner Stadtmission. Sollten das nicht der Fall sein, können sie auch weiterhin im Bahnhof übernachten. Man werde diesen in den Wintermonaten nicht räumen, heißt es von Seiten der BVG. Senat, Stadtmission und BVG setzen darauf, dass die Menschen die Vorteile, die der Container bietet, erkennen und von sich aus umziehen. 

Moritzplatz und Lichtenberg sind Kältebahnhöfe für Obdachlose

Der Moritzplatz ist zusammen mit dem U- und S-Bahnhof Lichtenberg seit November ein sogenannter Kältebahnhof. Das heißt, diese Bahnhöfe werden nachts nicht geschlossen, damit Obdachlose, die keine Schlafgelegenheit für die Nacht finden können oder wollen, Schutz vor der Kälte finden.

Ursprünglich wollte die BVG in diesem Winter alle ihre Bahnhöfe geschlossen halten. Sie verwies auf Sicherheitsgründe und darauf, dass ein Bahnhof keine angemessene Unterkunft für die Nacht sei. Dagegen regte sich Protest, auch bei der Politik. Nach langem Hin und Her einigten sich Senat und BVG Ende November schließlich, die beiden Bahnhöfe Lichtenberg und Moritzplatz in den Wintermonaten offen zu lassen. Gleichzeitig verständigte man sich darauf, neue Konzepte für die Unterbringung zu erarbeiten.

Die zwei Container am Moritzplatz sind ein Teil dieses Konzepts. Hier hatte sich die Situation in den vergangenen Tagen zugespitzt. Nächtigten bis Anfang Februar lediglich an die zehn Obdachlose in dem Bahnhof, waren es zuletzt bis zu 30 Personen. Ein Großteil dieser Obdachlosen ist zudem schwer drogenabhängig, viele verlassen auch tagsüber den Bahnhof nicht.

BVG-Fahrgäste beschweren sich über Müll und Dreck am U-Bahnhof Moritzplatz

Pendler berichten von „unhaltbaren Zuständen“ in dem Bahnhof, gerade in den Morgenstunden. „Hier ist alles verrotzt und nass, ich muss da Slalom durchlaufen, hier ist alles voller Müll“, beschwerte sich etwa eine Passantin. Reinigungskräfte sind angewiesen, sperrige Sachen nicht wegzuräumen, da sie eventuell den Obdachlosen gehören. Mit den zwei Containern in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs, hofft man diese Situation wieder in den Griff zu bekommen und gleichzeitig den Obdachlosen eine angemessenere Unterkunft zu bieten.