Geht es nach Eric Schweitzer, ist Mülltrennen in Deutschland so eine Art intellektuelle Notwehr. Es sei nun einmal so, sagt der Vorstand des Berliner Entsorgers Alba, dass es hier kaum Rohstoffe gebe. Außer dem natürlich, was die hiesigen Menschen in ihren Köpfen haben – also Wissen – und dem, was sie wegschmeißen – also Müll. Dieser Müll decke bereits 14 Prozent des gesamten Rohstoffbedarfs der Industrie, bald werde dieser Anteil auf 20 Prozent steigen. Doch der Abfall werde erst dann wirklich wertvoll, wenn er so sortenrein sortiert ist, dass er günstig wiederverwendet werden kann. Und genau dabei, so der Abfallunternehmer, sei die Stadt Berlin auf sehr gutem Weg.

Der Erfolg hat eine messbare Zahl: vier Kilogramm. Dies ist der Zugewinn an recyceltem Müll pro Einwohner, seit vor etwas mehr als einem Jahr die mal orangefarbene, mal gelbe Wertstofftonne eingeführt wurde. Insgesamt 24 Kilo dieses relativ leichten Mülls landet pro Jahr und Nase in den Tonnen (beziehungsweise gelben Säcken) – ein Plus von 16 Prozent. Anschließend, und das freut Alba-Chef Schweitzer besonders, kommt die wertvolle Last (insgesamt 85 000 Tonnen) in die Verwertungsanlage seiner Firma am Hultschiner Damm in Mahlsdorf, wo sie zu Granulat verarbeitet wird, das sich verkaufen lässt. Insgesamt, so hat eine Umfrage ermittelt, trennen 90 Prozent der Berliner gerne und selbstverständlich Müll.

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