Berlin - Von weitem wird die neue Friedrichsbrücke nicht sehr viel anders als die alte aussehen. Der Bogen über der Spree ist weit gespannt, aber ziemlich flach – so dass die Touristen auf den Decks der Ausflugsboote das Gefühl haben, sie müssen den Kopf einziehen, wenn sie hindurchfahren.

Seit dem vergangenen Jahr erneuert der Senat die Friedrichsbrücke in Mitte, die von der Anna-Louisa-Karsch-Straße auf die Museumsinsel führt und täglich von tausenden Touristen genutzt wird. Die Brückensanierung geht jetzt in die entscheidende Phase. In der Spree wird ab diesem Dienstag für die Schifffahrt eine Art Leitplanke installiert, um die historische Brücke zu schützen. Das Leitwerk wird nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf beiden Seiten elf Meter vom Ufer entfernt montiert, für die Schiffe bleibt nur noch ein schmaler Fahrweg.

Mehr als doppelt so breit

Der Schutz ist erforderlich, weil die 1981 eröffnete Fußgängerbrücke nicht nur saniert, sondern für die Passanten auch deutlich verbreitert wird: von jetzt 12,5 auf dann 27 Meter. Damit soll die Friedrichsbrücke wieder wie ihr historischer Vorgängerbau von 1894 hergerichtet werden. Schon im Juni werden die neuen Brückenteile, die etwa 60 Meter lang sind, neben der heutigen Brücke aufgebaut. Der nördliche Gehweg wird dann in den Kolonnadengang auf der Museumsinsel führen, so dass die ursprünglichen Bezüge zu Nationalgalerie und Neuem Museum hergestellt werden. Gestaltungselemente aus Naturstein werden wieder verwendet. Dazu gehören vier hohe Säulen, die abgebaut wurden, um sie zu restaurieren.

Die Verbreiterung der Friedrichsbrücke gehört zu den Investitionen rings um die Unesco-Welterbestätte. 2,7 Millionen Euro Bundesmittel stehen dafür zur Verfügung. Das Land zahlt 2,5 Millionen Euro. Fußgänger werden die unterschiedlichen Bauzeiten der Brücke künftig erkennen: Die jetzige Brücke behält ihren Asphaltbelag, die Neubauten werden mit Naturstein gepflastert.