Ein mutmaßlicher Serienvergewaltiger wurde in Brandenburg gefasst (Symbolbild).
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BerlinDie Vergewaltigungsserie in Berlin und Brandenburg ist aufgeklärt: Polizisten konnten den 29-jährigen Verdächtigen am Dienstagabend auf einem Privatgrundstück in Wannsee überwältigen und festnehmen. Der Mann hatte am Vormittag in Potsdam erneut eine Frau vergewaltigt. Eine flächendeckende Fahndung und Hinweise aus der Bevölkerung führten zu dem Ermittlungserfolg.

Seit Mitte Juni hatte der Triebtäter Angst und Schrecken verbreitet. Er lauerte im Forst Grunewald, in Wannsee sowie im brandenburgischen Kleinmachnow und Bernau sieben Frauen auf und missbrauchte sie. Sechs Opfer habe er vergewaltigt, eine Frau konnte sich aus seinen Fängen befreien. Oberstaatsanwalt Georg Bauer sei sich sicher, dass der Festgenommene für insgesamt acht Taten verantwortlich ist. Die letzte Vergewaltigung beging er wenige Stunden vor seiner Festnahme.

Der 29-Jährige soll am Dienstagvormittag auf einem Potsdamer Waldweg zwischen Babelsberg und Dreilinden eine Joggerin höflich nach dem Weg gefragt haben, teilte die Polizei in Brandenburg mit. Als die Frau abgelenkt war, soll er sie überwältigt und dann vergewaltigt haben. Eine Spaziergängerin hatte das Opfer entdeckt und die Polizei alarmiert.

Entscheidende Hinweise von Anwohner

Wenige Minuten später sahen Polizisten in der Nähe des Tatortes einen Mann auf einem Fahrrad, auf den die Täterbeschreibung sehr genau passte. Der Verdächtige ließ sein Fahrrad fallen und flüchtete zu Fuß, als er die Beamten bemerkte. Auch ein abgefeuerter Warnschuss in die Luft hielt ihn nicht auf.

Die Polizei setzte daraufhin einen Hubschrauber, eine Drohne, Wasserschutzboote, Spürhunde und Pferde ein, um mögliche Fluchtwege ausfindig zu machen. Um kurz nach 19 Uhr kamen die entscheidenden Hinweise von Anwohner der Neuen Kreisstraße in Wannsee. Helmut J. telefonierte gerade mit seiner Frau, als er aus dem Fenster seines Wohnhauses schaute und etwas Auffälliges beobachtete. „Ich konnte sehen, wie ein Mann mit weißem T-Shirt durch ein Loch im Zaun auf das Nachbargrundstück kroch. Er wirkte sehr panisch, als würde er vor etwas wegrennen“, erklärte der 63-Jähriger dieser Zeitung. J. ging davon aus, dass der seit Stunden über Wannsee kreisende Hubschrauber etwas damit zu tun haben könnte. „Ich wählte die 110. Nur wenige Augenblicke später war hier alles voll mit Blaulicht“, berichtete der Zeuge.

Der gesuchte Verdächtige war auf einem der Grundstücke offenbar in eine Sackgasse gelaufen. Eine angrenzende Bahntrasse verhinderte, dass er weiterkam. Brandenburger Polizisten kesselten ihn schließlich ein und nahmen ihn fest. Bei dem Mann handelt es sich um einen serbischen Staatsbürger. Er soll sich vor den Übergriffen im Ausland aufgehalten haben, aber immer wieder in Berlin gewesen sein.

Unbekannt war er der Berliner Polizei nicht. Nach einer mehrtägigen Öffentlichkeitsfahndung stieß die Polizei auf Fingerabdrücke von einem früheren Laubeneinbruch. So konnte der Gesuchte identifiziert werden. Er soll bereits Ende Dezember vergangenen Jahres und im März dieses Jahres zwei andere Straftaten in Berlin begangen haben. Aus Geldsorgen habe er zudem in Berlin ein Auto verkaufen wollen, hieß es.

Besonders schwere Fälle

Es gehe teilweise auch um besonders schwere Fälle. Sein erstes Opfer ist nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft minderjährig. Norma Schürmann vom Landeskriminalamt sagte, der Täter sei mit massiver Gewalt gegen die Frauen vorgegangen. Er habe die Opfer zunächst ganz freundlich angesprochen, immer zu belebter Zeit. Danach habe er sie mit Gewalt gepackt und gewürgt. Die Frauen seien dann vom Weg weggezerrt worden. Nach der Vergewaltigung habe er eine andere Seite gezeigt und sich um sie gekümmert. Er habe versucht, sich mit ihnen für den nächsten Tag zu verabreden.

Bei den Taten konnten DNA-Spuren gesichert werden. Die Berliner Staatsanwaltschaft geht von einer Anklage und späteren Verurteilung aus. Die Beweislage sei gut, erklärte Staatsanwältin Katrin Frauenkron. Für die drei besonders schweren Fälle drohe bei einer Verurteilung eine Höchststrafe von fünf Jahren pro Tat. Der 29-Jährige sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.