BerlinDie Bestellungen wurden prompt ausgeführt: Bayarsaikhan H. musste nur bei seiner Adoptivschwester, die mit ihrer Familie ein paar Etagen über ihm wohnte, anrufen. Und sie brachte ihm – wie geheißen – eine ihrer drei Töchter, erzählte ihren Söhnen, sie würden bei dem Onkel das Wissenschaftsmagazin „Galileo“ schauen. Dabei wusste Gabriele K. sehr genau, was mit ihren Mädchen im Schlafzimmer von Bayarsaikhan H. geschehen würde. Doch die Mutter ließ es zu, sie war oft selbst dabei, filmte den viel hundertfachen Missbrauch sogar einige Male und sorgte dafür, dass H. nicht gestört wurde.

Bayarsaikhan H. sitzt am Mittwochmorgen auf der Anklagebank des Berliner Landgerichts. Es ist das zweite Mal in diesem Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Ab und an schaut der gelernte Industriemechantroniker nach hinten in den Saal, dorthin, wo die Zuhörer sitzen, dorthin, wo drei junge Frauen Platz genommen haben – 15, 17 und 18 Jahre alt. Es sind die Mädchen von einst, die sich Bayarsaikhan H. damals kommen ließ und die heute in psychologischer Betreuung sind. Sie waren Kinder, als der Mann sie das erste Mal vergewaltigte.

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