Berlin - Im Schaufenster stehen rosafarbene Häschen aus Filz. Rosa ist Ebru Hücüptans Lieblingsfarbe. Beim letzten Mal, als sie die Deko aufhängte, hatte die Pandemie gerade erst begonnen und die Inhaberin der „Beauty-Bar“ in Friedenau musste ihren Kosmetikladen nur wenige Tage später wegen der behördlichen Anordnung schließen. Zwölf Monate ist das jetzt her. Seitdem plagen Ebru Hücüptan und ihre Tochter Irem, die kürzlich mit ins Geschäft einstieg, schwere Existenzsorgen.

„Wir sind am Ende und haben keinerlei Rücklagen mehr“, sagt die 50-jährige Ebru Hücüptan. Tochter Irem hält die Hand ihrer Mutter, als wollte sie sagen: Gib nicht auf, wir schaffen das! Doch der Mutter fällt es schwer, noch daran zu glauben. Die Corona-Krise hat ihr viel positive Lebensenergie geraubt. Vor drei Wochen konnten sie wieder öffnen, doch die meisten Kunden bleiben aus. Ein Problem sind die Schnelltests, die für Gesichtsbehandlungen vorgeschrieben sind und noch immer knapp auf dem Markt sind, berichtet die Geschäftsfrau. „Viele Kunden schaffen es nicht rechtzeitig, ein negatives Testergebnis zum vereinbarten Termin mitzubringen, oder wollen sich auch gar nicht testen lassen“, sagt sie. Hinzu käme, dass viele ältere Kunden Risikopatienten seien und trotz des „sorgfältigen Hygienekonzepts“ Angst hätten, zu kommen.

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