Der 1. Mai ist ein besonderer Tag in Berlin. Mittelpunkt der Demos und Feierlichkeiten ist Kreuzberg, aber auch in anderen Teilen der Stadt wird am Tag der Arbeit protestiert oder bei Straßenfesten, Partys und Konzerten gefeiert.

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1. Feste

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Kreuzberg feiert das „Myfest“

Sowohl kulinarisch als auch kulturell bietet das Berliner Straßenfest „Myfest“ ein großes Angebot: Konzerte, Künstler, Comedians bis hin zu Feuerwehrvorstellungen hat die Veranstaltung zum 1. Mai zu bieten. Mehr als 20 DJs und Bands spielen von 11.30 Uhr bis tief in die Nacht.

Wo: Kreuzberg, entlang der Oranienstraße rund um den Oranienplatz, Marianneplatz und Skalitzer Park
Wann:  ab 11:30 Uhr
Info: Facebook

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Görli zieht nach mit „MaiGörli“

Neben dem „Myfest“ wird auch der Görlitzer Park am 1. Mai zwischen 12 und 23 Uhr ein großes Programm auffahren. Auf zwei Bühnen werden lokale Künstlerinnen und Künstler ihre Musik präsentieren. Aber auch Elektro- und House-Fans kommen auf ihre Kosten. Auf der Elektro-Bühne werden Oliver Koletzki, Dirty Doering, M.A.N.D.Y., andhim und Wankelmut erwartet und auf der Street Music Stage auf der Südseite des Parks bekommen hochtalentierte Straßenmusiker ihren großen Auftritt.

Wann: 12 bis 23 Uhr
Wo: Görlitzer Park

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Weg vom Trubel

Wenn es dämmert und der Wind durch die Äste pfeift, dann ist genau der richtige Zeitpunkt, um einen Spaziergang durch den Spreepark zu machen. Am 30. April und 1. Mai ist es möglich an Rundgängen teilzunehmen. Man begegnet der kleinen Hexe und ihrem Freund dem Raben – untermalt mit Musik. Tickets gibt’s nur online unter: www.kulturspreepark.de.

Was: Rundgänge durch den Spreepark
Wann: Montag 30. April und Dienstag, 1. Mai 2018
Beginn: 15.30 Uhr halbstündlich
Wo: Spreepark Plänterwald

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2. Demonstrationen

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Kundgebung des DGB

Auf der Spandauer Straße beginnt die DGB-Demonstration zu Fuß, mit Fahrrad- und Motorrad-Korso um 10 Uhr und endet gegen 12 Uhr am Brandenburger Tor. Dort findet auch die klassische 1. Mai-Kundgebung zum Tag der Arbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes statt. Anschließend gibt es ein Fest für Kinder und Familien, bestehend aus Hüpfburgen und Spielen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Wann: Treffen ab 9 Uhr, Protestzug ab 10 Uhr, Kundgebung am Brandenburger Tor, ab 12 Uhr
Wo: Protestzug von Spandauer Straße Ecke Anna-Louisa-Karsch-Straße, Kundgebung am Brandenburger Tor

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Antisemitische Demo

Der sogenannte Jugendwiderstand demonstriert am Karl-Marx-Platz gegen die Politik Israels und den Imperialismus. Neben deutschen zählen sich vor allem arabisch- und türkischstämmige Jugendliche zu der Gruppe. Neben „Kindermörder Israel“ gab es im vergangenem Jahr religiöse Schlachtrufe wie „Allah liebt seine Märtyrer“ und „Allah ist der Größte“. Es kommt immer wieder zu Drohungen gegen Juden, aber auch anderen linken Gruppen. Es werden weniger als 200 Teilnehmer erwartet.

Wann: 12 Uhr
Wo: Start am Karl-Marx-Platz, Ziel ist der Hermannplatz

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Linke Aktion in Grunewald

Eine Polit-Truppe, die sich selbst zum „Quartiersmanagement Grunewald“ ernannt hat, will den Mai-Protest in die Villengegend Grunewald tragen. Die Orte, wo die Reichen und Kapitalisten wohnen, seien Berlins wahre Problemviertel. Die Organisatoren haben bei der Berliner Polizei eine Demo mit 200 Teilnehmern angemeldet. Motto: „Wo eine Villa ist, ist auch ein Weg.“ Die Villenbesitzer sollen bei dem ungebetenen Besuch die Chance bekommen, sich „über milieuübergreifende Perspektiven zu informieren“. Während es etwa in Kreuzberg „ein Überangebot an politischer Protestkultur“ gebe, sei „Grunewald von der politischen Meinungsbildung weitestgehend abgehängt“. Die Polizei rechnet nicht mit Zwischenfällen.

Wann: 14 bis 17 Uhr
Wo: Start und Ziel sind der S-Bahnhof Grunewald

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Revolutionäre 1. Mai-Demo

Auf dem Oranienplatz treffen sich wie jedes Jahr linke Gruppen zur traditionellen Revolutionären 1. Mai-Demo. Wie immer geht es unter anderem gegen Kapitalismus, Ungleichheit und Rassismus. Im Zentrum stehen in diesem Jahr aber auch die Angriffe der Türkei gegen die Kurden in Syrien sowie in die indirekte westliche Unterstützung dabei. Die inoffiziellen Veranstalter forderten die Teilnehmer daher auf, auch verbotene PKK-Flaggen zu hissen. Die Polizei wird wohl nicht massenhaft eingreifen, dokumentiert die Vorfälle aber und bringt sie schnell zur Anzeige. Eine weitere Herausforderung für die Beamten: Die Demonstranten wollen auch in diesem Jahr wieder mitten durch das Myfest ziehen. Die Polizei ist mit tausenden Einsatzkräften vor Ort, um Ausschreitungen zu verhindern, setzt aber wieder vor allem auf Deeskalation. Trotzdem ist mit Zwischenfällen zu rechnen.

Wann: 18 Uhr
Wo: Start am Oranienplatz in Kreuzberg, Ziel ist das Schlesische Tor