Der alte Gloria-Palast am Kudamm ist abgerissen – ein großes Loch klafft zurzeit dort, wo das legendäre Kino einst stand. Die Baulücke soll jedoch schon bald wieder geschlossen werden. Am Donnerstag haben die Arbeiten für das neue Projekt begonnen, das Gloria Berlin heißt. Die Centrum Gruppe aus Düsseldorf will auf dem alten Kino-Grundstück und den Nachbarflächen am Kurfürstendamm 12 - 15 zwei Büro- und Geschäftshäuser errichten und einen Gründerzeitbau denkmalgerecht sanieren.

„Wir bauen an einem besonderen Ort, das ist uns sehr bewusst“, sagte Peter Knopf, Geschäftsführer der Centrum Projektentwicklung. „Mit Gloria Berlin setzen wir die Tradition an dieser sehr guten Adresse in der Hauptstadt fort.“ Die beiden Neubauten, deren Fassade große Fenster zieren, entstehen nach Plänen des Architekturbüros Ortner & Ortner. In den unteren Etagen sollen Geschäfte und Boutiquen einziehen, vom dritten Geschoss an sind Büros geplant. Die beiden Neubauten haben fünf oberirdische Etagen sowie ein nach hinten versetztes Staffelgeschoss.

Stuckdecken und Kachelöfen bleiben erhalten

Die Dachebenen werden als begehbare, teils begrünte Flächen gestaltet. Der Gründerzeitbau wird nach Plänen des Architekturbüros von Petra und Paul Kahlfeldt wieder hergerichtet. „Das Haus ist ein sehr schönes Beispiel für die früheren Prachtbauten an diesem Boulevard“, sagte Architektin Petra Kahlfeldt. „Es steht für Tradition und ist Teil des neuen Ensembles.“

Die Fassade mit erkerartigen Vorbauten, Balkonen und Eckpfeilern soll originalgetreu restauriert werden. Die historischen Stuckdecken und die alten Kachelöfen bleiben erhalten. Das Treppenhaus mit verzierten Geländern wird ebenfalls restauriert, das Dach in historischer Form erneuert. Wohnungen wie früher, wird es dort jedoch nicht wieder geben, stattdessen sind Büros geplant.

Grünes Licht für Kudamm-Karree

Vom alten Gloria-Palast sind zwar die Neonreklame, die Treppe und die Kassenhäuschen gerettet worden. Über deren weitere Verwendung sei aber noch nicht entschieden, so Knopf. Bezirksbaustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) sagte, er hätte zwar am liebsten den Bestand erhalten, die neue Architektur sei aber „völlig okay“. Das neue Gloria soll bis zum Frühjahr 2020 fertig sein. Die Investitionskosten belaufen sich auf „mehrere hundert Millionen“ Euro.

Für die Neugestaltung des Kudamm-Karrees ist nun ebenfalls der Weg frei. Am Donnerstagmittag wurde der städtebauliche Vertrag zwischen dem Bezirksamt und den Vertretern des Investors unterschrieben, wie der Bezirk mitteilte. Über die Mietvertrags-Konditionen für den Betreiber der Story of Berlin konnte jedoch keine Einigung erzielt werden. Die Münchner Cells Bauwelt will die Bauten um das Hochhaus herum abreißen und dort neu bauen. Die Theater werden beide abgerissen. Dafür soll unter dem Stadtplatz ein neuer Theatersaal entstehen.