Berlin - Es war ein Ereignis, das die Branche aufschreckte. Am 28. Juni geriet im bayrischen Burghausen ein Elektrobus in Brand. Auch die Halle, in der er parkte, wurde zerstört. Zwei Menschen wurden verletzt. Als Reaktion legte der Lübecker Stadtverkehr seine E-Busse, die ebenfalls von dem Hersteller Sileo stammen, erst einmal still. Auch in Berlin sind Elektrobusse unterwegs. Doch für sie gibt es bei der Feuerwehr kein spezielles Sicherheitskonzept für den Fall brennender E-Busse. Das teilte Staatssekretär Stefan Tidow (Grüne) jetzt auf eine Anfrage der AfD hin mit.

„Die Brandbekämpfung erfolgt durch die vorhandenen Lösch- und
Hilfeleistungsfahrzeuge der Berliner Feuerwehr, die mit haupt- oder ehrenamtlichem Personal besetzt sind“, so der Senatspolitiker. Seit 2015 gehörten zur feuerwehrtechnischen Grundausbildung vier Unterrichtseinheiten, in denen es um „alternative Antriebstechniken“ gehe.

Rettungskarten in jedem Fahrzeug

Die Rettungskräfte wurden über die Besonderheiten der E-Busse informiert, fügten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hinzu. In den Fahrzeugen seien „Rettungskarten“ hinterlegt worden. Wie viele Feuerwehrleute inzwischen dafür ausgebildet seien, Brände in Elektrofahrzeugen zu bekämpfen, konnte Tidow nicht sagen. Es sei aber gewährleistet, dass auf jeder Einsatzstelle eine kundige Führungskraft vorhanden ist oder hinzugezogen werden kann. Derzeit erarbeite die Feuerwehr Standardeinsatzregeln zum Umgang mit havarierten Hochvoltfahrzeugen.

Warum erst jetzt, hieß es bei der AfD. Die Gefahr durch E-Busse sei größer als bei Diesel- oder Biogasfahrzeugen, so der Abgeordnete Frank Scholtysek. Der Senat sei „unfähig oder unwillig“, ihr zu begegnen: „Ich frage mich, ob er aus Blauäugigkeit so nachlässig ist oder aus ideologischen Gründen, weil die anscheinend allein seligmachende Elektromobilität nicht in ein schlechtes Licht gerückt werden soll.“