Berlin - Nach dem Brand einer Produktionshalle des niederländischen Unternehmens ASML nahe der Gradestraße in Britz konnte die Fertigung dort noch immer nicht wieder komplett aufgenommen werden. Wie der Ausrüster der Chipindustrie nach einer vorläufigen Untersuchung am Freitag mitteilte, sei die Teileproduktion für wichtige Maschinen zur Herstellung von Elektronikchips nach wie vor beeinträchtigt.

Am Sonntag vergangener Woche war auf dem Firmengelände eine Halle auf 200 Quadratmetern in Brand geraten. Am folgenden Montag hatte der Vorfall den Börsenwert des zu den 50 größten, börsennotierten Firmen der Eurozone gehörenden Unternehmens zeitweise um zehn Milliarden Euro abstürzen lassen. ASML gilt als der größte Anbieter  sogenannter Lithografie-Anlagen, auf die Mikrochiphersteller weltweit zwingend angewiesen sind. Rund 80 Prozent aller Chiphersteller sind Kunden des Unternehmens.

Die Produktionsstätte in Berlin hatte ASML 2020 mit dem Kauf des 1952 gegründeten Unternehmens Berliner Glas übernommen. Dort konnte nach dem Brand ein Teil der zunächst unterbrochenen Produktion inzwischen wieder aufgenommen werden. Ein anderer Fertigungsabschnitt stehe indes weiterhin still. Wann die Produktion dort wieder starten kann, sei laut ASML noch nicht klar. Es werde aber daran gearbeitet, die Folgen für die Kunden gering zu halten. Neue Erkenntnisse zu dem Brand von Anfang Januar will ASML nach Möglichkeit am 19. Januar zusammen mit dem Jahresbericht vorstellen. In Britz beschäftigt ASML etwa 1200 Mitarbeiter.