Berlin - Monatelang haben sie gehofft und gebangt. Dass sie ihren Club, den Festsaal Kreuzberg an der Skalitzer Straße, nach dem verheerenden Brand im Juli 2013 wieder aufbauen können. Jetzt hat das Warten ein Ende, aber es ist kein gutes Ergebnis für die Clubbetreiber und alle Partygänger, die im Festsaal gern und ausgiebig gefeiert haben.

„Der Hauseigentümer hat uns vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass es keinen Wiederaufbau des Festsaals geben wird“, sagte Björn von Swieykowski am Montag. Der 41-Jährige und drei Freunde hatten den Eingeschosser 2004 übernommen und ihn zu einem beliebten Veranstaltungsort entwickelt. Seit 15 Monaten schon müssen die Partys im Exil, unter anderem im Astra Kulturhaus, stattfinden. Eine Rückkehr ans Kottbusser Tor wird es nicht geben. „Der Hauseigentümer will auf dem Grundstück ein Bürogebäude errichten.“ Platz für den Festsaal Kreuzberg, der dort neun Jahre lang einlud, ist dann nicht mehr.

Abschiedsparty im Astra

Der 41-jährige von Swieykowski und seine Mitstreiter haben alles versucht. Sie wollten den Club wieder aufbauen. Rund 33 000 Euro haben sie dafür über eine Crowdfunding-Aktion im Internet gesammelt. Mit dem Geld wurden Statiker, Gutachter und Architekten bezahlt. Das Ergebnis: Das Mauerwerk und die Mehrzahl der Stahlträger, mit denen die Decke gehalten wird, sind stabil. Allein das Innenleben müsste komplett erneuert werden.

Erstes Geld dafür war vorhanden, der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg beeilte sich zudem mit der Baugenehmigung. Von Swieykowski: „Wir haben dem Eigentümer einen Kompromiss vorgeschlagen, mit einem schmaleren Bürobau und Platz gehabt für den Festsaal.“ Man habe sogar ein Kaufangebot für das Grundstück gemacht. Alles vergebens, der Festsaal Kreuzberg ist so, wie man ihn kannte, wohl endgültig Geschichte. Die Zeichen stehen auf Abriss.

Den Kopf hängen lassen wollen die Betreiber aber nicht. „Wir beginnen jetzt die Suche nach einem Alternativstandort.“ Denn dass sie weitermachen wollen, steht für sie fest: „Wir wollen uns revanchieren für den massiven Zuspruch unserer vielen Freunde und Gäste“, sagen sie.

Ganz ohne „Rosenkrieg“ wird die Trennung vom alten Standort aber nicht abgehen: Man prüfe derzeit rechtliche Schritte, ob eine Sanierung nicht doch erzwungen werden könne. Schließlich bestehe ja noch ein langjähriger Mietvertrag. Für den 24. und 25. Oktober ist im Astra aber schon mal ein erster Abschied geplant – mit Konzerten und der „Kiezboxgala international“.