Berlin - Verkohlte Dachbalken ragen aus dem gemauerten Gebäude, das am Wasser zwischen dem Großen und Kleinen Müggelsee liegt. Gleich neben dem versperrten, seeseitigen Eingangstor hängt noch eine Kaffeekarte. Zwei geöffnete Sonnenschirme hinter dem Zaun zeugen von besseren Zeiten. Denn Eisbecher, Crêpes und Kaffee, die auf der vergilbten Karte im Angebot stehen, wurden im Waldrestaurant Müggelhort schon seit Jahren nicht mehr kredenzt. Und ob das jemals wieder geschehen wird, ist mehr als fraglich. In der Nacht zu Montag brannte der Dachstuhl des 120 Jahre alten Restaurants im Köpenicker Ortsteil Müggelheim aus. Auf dem Grundstück stehen nun die traurigen Überreste des einst beliebten Ausflugslokals.

Erstaunlich viele Schaulustige aus Müggelheim oder Wendenschloß sind an diesem Mittwoch am einstigen Waldrestaurant Müggelhort unterwegs. Der graue Himmel passt zu der Szenerie des abgebrannten Lokals. Erwin Kreutz steht an dem Metallzaun, der ihm den Weg aufs Grundstück versperrt, und schaut auf das, was von dem Dachstuhl übrig geblieben ist. „Das ist echt schade“, sagt der 75-Jährige. Er ist extra mit dem Auto von der Hauptstraße abgebogen und hat den rund drei Kilometer langen Fahrdamm durch den Wald genommen, um sich das „Drama, das dieser schönen Gaststätte“ widerfahren ist, anzuschauen. Feiern mit der ganzen Familie habe er hier gegeben, erinnert er sich. Einige Male sei der Biergarten auch Ziel kleiner Wanderungen gewesen. Kreutz glaube nun nicht mehr daran, dass es hier wieder einen Gastronomiebetrieb geben werde.

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