Berlin - Das Bundeskriminalamt erwartet weitere Gewalttaten als Reaktion auf die türkische Militäroffensive gegen Kurden in Nordsyrien. Es sei mit gewaltorientierten Aktionen zu rechnen, sagte eine Sprecherin der „Welt”. Das Spektrum könne von Farbschmierereien über Straßenblockaden und Beschädigungen von Fahrzeugen bis hin zu Besetzungsaktionen und Brandanschlägen reichen.

In den vergangenen Tagen waren in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg Brandanschläge auf Moscheen und türkische Einrichtungen verübt worden.

Noch keine Tatverdächtigen gefasst

In Berlin hatten Unbekannte einen Brandsatz in die Ditib-Moschee in der Pankower Allee/Ecke Kühleweinstraße in Reinickendorf  geworfen. Zeugen hatten ein Klirren gehört und drei Jugendliche weglaufen sehen. Die meisten Räume der Berliner Koca Sinan Camii sind nicht mehr nutzbar.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu den Tätern laufen noch. „Es gibt noch keine Verdächtigen“, sagte Sprecher Martin Steltner am Freitag. Weitere Einzelheiten nannte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht.

Die Berliner Ermittler stehen seit vergangenem Wochenende in engem Austausch mit Behörden anderer Bundesländer und des Bundes. Es müsse geprüft werden, ob es Zusammenhänge mit ähnlichen Fällen in anderen Städten am Wochenende gebe, sagte ein Polizeisprecher.

Brandanschlag als Terror gewertet

Der Berliner Integrationsbeauftragte Andreas Germershausen wertete den Anschlag auf eine Moschee im Berliner Bezirk Reinickendorf und ähnliche Attacken als Terror. „Es ist nicht wichtig, welchen politischen Hintergrund die Taten haben. Wer Gotteshäuser anzündet, dem geht es nur um ein Ziel: Angst und Einschüchterung zu verbreiten. Dem geht es darum, eine Bevölkerungsgruppe zu terrorisieren“, erklärte Germeshausen.

Er sieht im Anschlag auf die Berliner Moschee einen Zusammenhang mit dem Angriff türkischer Truppen auf das kurdische Afrin in Syrien. „Wer versucht, die Konflikte in den Herkunftsländern vieler Berlinerinnen und Berliner zu instrumentalisieren und hier auszutragen, wendet sich direkt gegen das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Genau wie die Rassisten“, sagte Germershausen. (BLZ/dpa)