Berlin - Dazu gehört die Hermann-Schulz-Grundschule. Das Lehrerkollegium dieser Schule hatte zuvor in einem drastisch formulierten Brandbrief um Hilfe gebeten, da man sich angesichts der Zuweisung von etwa 16 nichtdeutschsprechenden Roma-Kindern an die Schule „überfordert“ fühle. „Schüler verstehen Anweisungen und Regeln nicht, können sie daher auch nicht befolgen“, heißt es dort. Derzeit sei „kein zufriedenstellender Unterricht“ möglich. Man brauche Kleinklassen und mehr Personal, um den Kindern erst einmal Deutsch beizubringen. Die Bildungsveraltung bestätigte zugleich, dass an der Schulz- und der nahen Twain-Grundschule ab dem Schulhalbjahr eine gemeinsame Kleinklasse eingerichtet wird, damit Kinder schneller Deutsch lernen.

Die Hans-Fallada-Grundschule in Neukölln hat bereits 90 Schüler aus in der Nähe wohnenden Roma-Familien aufgenommen. Gut 20 Prozent der Schülerschaft seien das, bestätigt Schulleiter Carsten Paeprer. „Wir sind an der Grenze angelangt.“ Das Personal für die Sprachförderung reiche nicht aus, zudem wendeten sich bildungsinteressierte türkisch- oder arabischstämmige Familien von der Schule ab. Zum Schuljahr 2011/12 meldeten sich 1 384 Schüler ohne Deutschkenntnisse an Berliner Schulen an, im Schuljahr 2010/11 waren es lediglich 1 095 Schüler.