Ein Motorrad ist unter dem Opel eingeklemmt.
Foto: Paul Zinken

BerlinNach dem islamistischen Terroranschlag auf der Berliner Stadtautobahn suchen Polizei und Staatsanwaltschaft noch immer weitere Zeugen.

Am 18. August hatte der 30-jährige Iraker Sarmad A. auf der A100 mehrere Fahrzeuge gerammt. An jenem Dienstag verursachte er nach Erkenntnissen der Polizei zwischen 18.30 Uhr und 18.45 Uhr absichtlich Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern an bislang sechs bekannt gewordenen Tatorten zwischen dem Autobahndreieck Funkturm und der Abfahrt Alboinstraße in südlicher Fahrtrichtung. Drei Motorradfahrer wurden dabei schwer und drei Insassen eines Autos leicht verletzt.

Sarmad A. wurde noch am Tatort von Polizisten festgenommen. Zuvor hatte er noch einen Gebetsteppich auf der Fahrbahn ausgerollt und den Polizisten mit einer Sprengstoffexplosion gedroht. Hunderte Autofahrer wurden durch die Polizei vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Der 30-Jährige, dessen Asylantrag schon 2017 abgelehnt worden war, wurde von einem Richter in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik untergebracht. Nach Angaben von Martin Steltner, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, ergab ein psychiatrisches Gutachten bei Sarmad A. einen „bizarren religiösen Wahn“. In den Vernehmungen soll sich Sarmad A. bislang noch nicht weiter dazu eingelassen haben, was der Auslöser für die Tat war.

Vollständig aufgeklärt ist der Fall deshalb noch nicht. Deshalb hat der polizeiliche Staatsschutz im Landeskriminalamt folgende Fragen:

Wer hat am 18. August 2020 vor oder während des Tatgeschehens verdächtige Wahrnehmungen, insbesondere auf der A100, gemacht, die im Zusammenhang damit stehen könnten?

Wer kann Angaben zu dem Fahrweg des Opel-Fahrers machen?

Wer hat möglicherweise Foto- oder Videoaufnahmen, die im Zusammenhang mit dem Tatgeschehen stehen oder dieses zeigen?

Wer kann sonst sachdienliche Hinweise geben?

Hinweise an die durchgehend erreichbare Telefonnummer (030) 5402-4111 oder an jede andere Polizeidienststelle.