Berlin - Das Jahr 2021 scheint ganz wunderbar zu werden, der Anfang ist jedenfalls vielversprechend. Diese etwas steile Behauptung bezieht sich sicherheitshalber erst einmal nur auf das Speiseeis-Jahr 2021, denn: Die erste Eiskugel bereits im Februar – was für ein Fest. 

Als die Sonne gar nicht mehr aufhören wollte zu scheinen, rannten wir los. Doch der Lieblingseis-Italiener war noch dicht, also liefen wir einfach 300 Meter weiter, und siehe da: Schon hatte ich dieses wunderbare Eis mit dunkler Schokolade in der Hand.

Das ist Berlin. Die Stadt der Möglichkeiten, nicht gleich der unbegrenzten Möglichkeiten, aber immerhin die Stadt mit der größten Auswahl. Gerade das ist es doch, was Berlin ausmacht.

So erkläre ich es jedenfalls immer, wenn mich Leute in meiner alten Heimat, dem Harz-Vorland, fragen, was an der nervigen, lauten und dreckigen Stadt Berlin so toll ist. Dann erzähle ich ihnen, dass ich – genau wie die meisten Berliner – nicht etwa regelmäßig ins Theater gehe, sonst ginge es den Spielstätten hier viel besser. Aber ich finde es so unvergleichlich gut, dass wir in Berlin jederzeit einen guten Film im Kino oder ein tolles Stück im Theater sehen könnten – besser gesagt: dass wir es konnten. Damals. Bis vor einem Jahr. In dieser inzwischen fast vergessenen Zeit.

Die Möglichkeit ist entscheidend. Und wenn sie weg ist, entsteht ein Loch, eine Sehnsucht. Und Sehnsüchte werden als inniges, schmerzliches Verlangen definiert. 

Deshalb quält uns dieses Loch so sehr, und deshalb ist die Vorfreude so groß: Auf die vielen Möglichkeiten, die sich bald wieder ergeben, wenn alle wieder in die Geschäfte rennen, die Kinos oder Theater – wenn sie es denn überlebt haben sollten.

Und bestimmt kommt wieder viel Neues dazu. Beispielsweise könnte sich in Berlin bald ein Perücken-Start-up oder so gründen, denn wenn alle wieder zum Friseur dürfen, müssen doch tonnenweise Haare anfallen. Und in Zeiten, in denen alles irgendwie nachhaltig verwertet wird, müsste doch nun jemand eine passende Idee dazu haben.

Egal was kommt, es wird bunt und lustiger als die vergangenen Wochen. Und ganz sicher haben sich die Eismacher im Lockdown so dermaßen gelangweilt, dass sie fünf neue Trendsorten für den Sommer 2021 erfunden haben. Im Vorjahr war es die Geschmacksrichtung „Goldene Milch“ mit Kurkuma und Ingwer. Aber in Berlin wird ganz sicher etwas mit ein paar extremeren Zutaten demnächst für Schlagzeilen sorgen.