Berlin - Im Bezirk Friedrichshain kam es am Wochenende zu gewalttätigen Ausschreitungen sowie einem Anschlag auf ein Traditionscafé. Im Bezirk Mitte wurde zudem die Bußgeldstelle mit Steinen angegriffen. In allen Fällen ging die Gewalt nach derzeitigen Ermittlungserkenntnissen von linksautonomen Tätern aus. Am Sonntag griff die CDU Innensenator Andreas Geisel (SPD) scharf an und sprach von einem „Ghetto der Gewalt“.

Zunächst warfen Täter in der Nacht zu Sonnabend zehn Scheiben des Lokals Café Sibylle in der Karl-Marx-Allee ein. Grund für den Angriff soll laut Restaurantleiterin ein Kiezgespräch der Berliner CDU in diesem Café sein. Dagegen sei bereits seit Tagen auf Flugblättern protestiert worden, hieß es. Trotz der Angriffe fand das Treffen, an dem auch Fraktionschef Burkard Dregger teilnahm, am Sonnabend statt.

Am Abend kam es dann erneut zu Gewalttaten der linksautonomen Szene. Als eine Demonstration mit etwa 1000 Teilnehmern unter dem Motto „Gegen Verdrängung und für mehr Freiräume“ auf ihrer Route durch Friedrichshain die Rigaer Straße erreichte, kam es zu massiven Angriffen auf die etwa 1000 eingesetzten Polizeikräfte.

Drei Personen nach massiver Gewalt festgenommen 

Die Beamten seien mit Flaschen und Böllern attackiert worden, teilte die Polizei mit. Zudem hätten mehrere Randalierer „mit Baumaterial aus einer örtlichen Baustelle“ geworfen und dabei auch mehrere geparkte Fahrzeuge beschädigt. Erst gegen 23 Uhr beruhigte sich die Lage wieder. 16 Polizisten wurden verletzt.

Insgesamt wurden drei Personen festgenommen und acht Strafermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Landfriedensbruch, Widerstand und Sachbeschädigung.

CDU-Mann Dregger griff Innensenator Andreas Geisel (SPD) nach den Ausschreitungen scharf an. „Ich mache den Innensenator und die rot-rot-grüne Koalition persönlich verantwortlich für den blindwütigen Hass und menschenverachtende linke Gewalt.“ Seine Begründung: Der Senat würde einen Aktionsplan ablehnen, der für Demonstranten unter anderem ein Vermummungsverbot, ein Bewaffnungsverbot vorsieht und für die Polizei die Videoaufklärung.

Der Senator teilte mit: „Wer Menschen angreift, die das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit sichern, hat sich von der ernsthaften politischen Debatte verabschiedet.“ Auch Sachbeschädigung an Einrichtungen, in denen politische Diskussionen stattfinden, hätten nichts mit Politik zu tun. Es seien „ganz offenbar blinde Wut und schlichte kriminelle Energie am Werk“.