Berlin - Ihm und den drei anderen CDU-Senatoren ist allerdings keine Pause vergönnt. Derzeit wird fieberhaft nach geeignetem Personal für die Verwaltung gesucht, Staatssekretäre, Pressereferenten sowie Fahrer für die Dienstwagen müssen ordnungsgemäß eingestellt werden. Einige Ressorts wie Stadtentwicklung/Verkehr, Bildung/Wissenschaft, Gesundheit/Soziales sowie Justiz/Verbraucherschutz bekommen jeweils einen Staatssekretär zusätzlich. Insgesamt werden 22 Staatssekretärsposten besetzt. Einige bleiben wohl, wie André Schmitz, der Kulturstaatssekretär. Die CDU, die neu in der Regierung ist, stellt das vor organisatorische Herausforderungen. „Wir sind da etwas aus der Übung“, heißt es.

Fortgeschrittenes Personal-Tableau

Dafür ist das Personal-Tableau ziemlich weit fortgeschritten. Seit Monaten gehen Bewerbungen bei Frank Henkel ein. Als gesetzt gelten die Staatssekretäre, die Henkel in die Innenbehörde mitbringen will. Er verlässt sich offenbar auf zwei Polit-Insider, den bisherigen CDU-Generalsekretär Bernd Krömer sowie den Lehrer und Abgeordneten Andreas Statzkowski, Vize-Präsident des Sport-Clubs Charlottenburg. Mit Statzkowski bindet Henkel einen mächtigen Kreischef ein, dem er nicht immer nahe stand. Auch andere einflussreiche CDU-Funktionäre werden offenbar belohnt.

So soll Nicolas Zimmer Staatssekretär für Forschung bei der neuen Wirtschaftssenatorin werden. Keine leichte Aufgabe für den wissenschaftspolitischen Sprecher, der auch mal Fraktionschef war. Universitäten und außeruniversitäre Einrichtungen protestierten gegen die Trennung von Wissenschaft und Forschung in zwei Ressorts. Zimmer selbst wollte die Spekulationen nicht kommentieren. Wer Wirtschafts-Staatssekretär wird, war am Dienstag nicht zu erfahren. Derweil gibt es andere Spekulationen in der CDU: Michael Büge, bisher Stadtrat in Neukölln, soll sich als Staatssekretär in der Sozialverwaltung um Soziales kümmern. Die Personalien werden am Donnerstag nach der Vereidigung der Senatoren offiziell vorgeschlagen.

Was passiert, wenn die Senatoren vereidigt sind? Es ist nicht zu erwarten, dass sie gleich ihre Schreibtische einräumen und Akten studieren. Mario Czaja, der künftige Gesundheitssenator, will sich am Donnerstagnachmittag erst mal in der neuen Behörde vorstellen. Sein Sitz wird in der Oranienstraße sein, der Umzug des Umweltressorts von der Brückenstraße läuft bereits. Die bisherige Sozialsenatorin Carola Bluhm (Linkspartei) wird bei der Vorstellung auch erwartet. Czaja hat schon angekündigt, dass er die medizinische Versorgung im Ostteil der Stadt verbessern wolle.

Ein geruhsames Einarbeiten in ihr neues Amt können sich die neuen Senatoren nicht leisten. Es seien in allen Verwaltungen seit den Wahlen Entscheidungen aufgeschoben worden, die abgearbeitet werden müssen, heißt es in Parteikreisen. Dann wird durchgeatmet.