Berlin - Sie sind wieder da: Die Automatenräuber! Mehr als drei Jahre hielten sie sich einigermaßen zurück. Jetzt rummst es plötzlich wieder häufiger. Am Dienstagmorgen sprengten Panzerknacker im U-Bahnhof Britz-Süd einen Geldautomaten. Es ist bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass die Täter im Untergrund zuschlagen.

Die Druckwelle der Detonation war bis auf die Straße zu spüren. Gegen 3.15 Uhr waren die unbekannten Täter in den verschlossenen Bahnhof eingedrungen.

Sie hebelten das Stahltor auf und füllten das Gerät über den Ausgabeschlitz mit Gas aus einer roten Flasche, die sie mitgebracht hatten. Dann befestigten sie eine Lunte und zündeten sie an. Trümmerteile flogen über den Bahnsteig. Die Räuber griffen sich die Geldkassette und verließen die U-Bahn-Station. Passanten wollen Männer in der benachbarten Gutschmidtstraße gesehen haben. Die Tat ist die dritte seit Jahresbeginn. 

Neue Sicherheitstechnik

Offenbar hat es die Panzerknacker-Bande vermehrt auf leere Bahnhöfe abgesehen. So flog am 9. März im U-Bahnhof Westphalweg ein Automat in die Luft. Auch dort machten die Täter Beute. Zwei Monate zuvor explodierte im Vorraum des U-Bahnhofs Hellersdorf ein Automat. Auch da gelangten die Täter an die Geldkassette. Laut Experten befinden sich bis zu 100.000 Euro in einem Gerät.

Laut Ermittlern ist es schwieriger geworden, Beute in Geldautomaten zu machen. Die Banken haben viele der Geräte mit neuer Sicherheitstechnik ausgestattet. Zwischenräume sind mittlerweile mit Bauschaum gefüllt. Das soll das Ausbreiten des Gases verhindern. Außerdem sorgen Sensoren dafür, das Farbpatronen in den Geldkassetten zerspringen und die Scheine unbrauchbar werden.

Noch vor fünf Jahren gab es zwei organisierte Tätergruppen. Die einen sprengten die Automaten, die anderen rissen sie aus ihrer Verankerung. Beide Gruppen waren erfolgreich. Die Täter kamen aus Osteuropa, vermuteten Fahnder. Als sie weiterzogen, nahm die Zahl der Raubtaten an Automaten sprunghaft ab. Deshalb wurde die extra dafür gegründete Ermittlungsgruppe „Giro“ aufgelöst.