Im Fall der toten Frau aus dem Treptower Park gibt es neue Details. Der am Mittwoch festgenommene Mann ist inzwischen wieder freigelassen worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner. Dem Festgenommenen wird Strafvereitelung vorgeworfen. Das ist für einen Haftbefehl nicht ausreichend. Zumal keine Fluchtgefahr besteht. Dennoch erhielt der Mann die Auflage, die Stadt vorerst nicht zu verlassen. Dem 38 Jahre alten Mitarbeiter in der Galerie in der Sparrstraße in Wedding wird vorgeworfen, Spuren der Tat beseitigt und Hinweise verschwiegen zu haben.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde die 34 Jahre alte Frau aus Skandinavien in dem Atelier getötet. Todesart und Tatzeit geben Polizei und Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Das sei Täterwissen, sagen sie. Aus dem selben Grund zurückgehalten wird das Motiv des Mannes. Familiäre Beziehungen zwischen Täter und Opfer soll es angeblich nicht gegeben haben.

Auch Einzelheiten der Identifizierung der Frau sind noch nicht bekannt. Man nehme Rücksicht auf die Angehörigen, hieß es von Polizei und Staatsanwaltschaft. Unklar ist, ob sie inzwischen informiert worden sind. Die Nachrichten überbringen in solchen Fällen Polizisten des Heimatlandes des Opfers. Mittlerweile sickerte die Information durch, dass die Frau aus Norwegen stammen soll. Bestätigt wurde das von den Behörden jedoch nicht.

Der mutmaßliche Täter, ein 38 Jahre alter Mann aus Südamerika, ist indes auf der Flucht. Der Chilene sei dringend tatverdächtig, den Mord begangen zu haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Samstag. Ermittler vermuten, dass sich der Mann sich nach Südamerika abgesetzt haben könnte. Das Motiv für die Tat ist noch unklar.

Mittlerweile scheint auch festzustehen, wie die Leiche von Wedding zum Treptower Park kam. Die Polizei geht davon aus, das die getötete Frau am Tatort, also in der Kunstgalerie, in den Koffer gepfercht worden ist. Dann wurde das Gepäck in einen größeren Koffer gelegt. Zeugen sagten offenbar bei der Polizei aus, dass ein Mann mit einem großen Koffer die Kunstgalerie verlassen habe. Andere Zeugen wollen gesehen haben, wie ein Mann einen großen dunklen Koffer über den Sparrplatz und die Lynarstraße zum S-Bahnhof Wedding rollte.

Ob der Täter am Bahnhof den Aufzug nahm oder über die Treppen den 50 Kilogramm schweren Koffer schleppte, ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Über die Ringbahn fuhr der Transporteur offenbar zum S-Bahnhof Treptower Park. Dort warf er das Gepäckstück in die Spree. In der Nähe der Anlegestellen der Ausflugsdampfer wurde es Stunden später aus der Spree gezogen. Ein Mann holte das Gepäck aus dem Wasser, in der Hoffnung, etwas Wertvolles zu finden.