Nach Horror-Unfall: Berlin will Auto-Sperren um das Brandenburger Tor errichten

Die Polizei hat eine Vermutung, warum der 26-Jährige mit einem Mercedes gegen das Brandenburger Tor fuhr.

Am Brandenburger Tor in Berlin-Mitte werden Bauzäune aufgestellt. Ein Auto war gegen eine Säule gerast.
Am Brandenburger Tor in Berlin-Mitte werden Bauzäune aufgestellt. Ein Auto war gegen eine Säule gerast.Paul Zinken/dpa

Der Mercedes-Fahrer, der vor einer Woche gegen das Brandenburger Tor gerast ist, tat dies offenbar absichtlich. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand kann ein Suizid nicht ausgeschlossen werden“, sagte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. „Alle Anzeichen zeigen das.“

In der Nacht zu Montag vor einer Woche war ein 26-Jähriger mit weit überhöhter Geschwindigkeit aus Richtung Wilhelmstraße gegen eine Säule des Tors gefahren. Der Wagen wurde zerstört. Die Feuerwehr konnte den Fahrer nur noch tot bergen.

„Wir müssen darüber sprechen, wie wir das Brandenburger Tor noch besser schützen können“, sagte Iris Spranger. Sie sprach sich allerdings dagegen aus, Poller vor dem Tor aufzustellen. Es gebe andere Möglichkeiten, die angenehmer anzusehen sind. Das Brandenburger Tor sei weltweit das Symbol der Freiheit.

Neben dem Bereich um den Breitscheidplatz denken Polizei, Senat und Bezirke derzeit über Vorkehrungen für einen sogenannten Überfahrschutz nach. Hintergrund ist der Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz im Dezember 2016. Damals hatte ein islamistischer Attentäter einen Lkw in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt gelenkt. Zwölf Menschen starben, mehr als 70 wurden zum Teil schwer verletzt.

Frank Balzer (CDU): Was, wenn dort großer Publikumsverkehr ist?

„Das Brandenburger Tor ist von hoher symbolischer Bedeutung, es gibt eine hohe Polizeipräsenz“, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik. „Wenn man neben dem Breitscheidplatz über einen Überfahrschutz nachdenkt, dann bietet sich das Brandenburger Tor an.“ Es gebe Möglichkeiten weit über Poller hinaus. „Es gibt Stadtmöbel, die einen großen Überfahrschutz gewährleisten und sehr ansehnlich sein können“, sagte sie.

„Mich erschreckt, dass tatsächlich die Möglichkeit besteht, mit einer so hohen Geschwindigkeit vor das Brandenburger Tor zu fahren“, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU, Frank Balzer. „Wenn dort großer Publikumsverkehr ist, möchte man sich nicht ausmalen, was passiert.“

Zu den laufenden Ermittlungen äußert sich die Polizei nicht. Der aus Polen stammende 26-Jährige war Polizisten schon vorher durch eine auffällige Fahrweise aufgefallen. So wird davon berichtet, dass er auf dem Pariser Platz vor dem Tor mit dem Wagen sogenannte „Donuts“, also Kreise, gedreht habe.