Nach dem Mord an der 60-jährigen Susanne F. aus Charlottenburg fordert der Besitzer des Lokals Schleusenkrug mehr Sicherheit im Tiergarten. „Es ist ein Paradies für Drogensüchtige und Obdachlose“, sagt Dominik Ries.

Insbesondere der Zustand des Verbindungsweges zwischen seinem Lokal und dem Hardenbergplatz sei untragbar. „Ich habe Angst um meine Mitarbeiter, die jeden Abend nach Mitternacht dort entlang zum Bahnhof Zoo gehen müssen“, so der 54-jährige Wirt. In seinem Lokal hatte sich das spätere Opfer von Freundinnen verabschiedet, ehe sie getötet wurde.

Am Freitagmittag hatte ein Spaziergänger die Leiche entdeckt. Sie lag fünf Meter neben dem gepflasterten Weg hinter einem Gebüsch vor dem Bahndamm.

Ries und seine Angestellten fühlen sich von den Behörden alleingelassen

Ries beklagt die Zustände schon seit Jahren. Immer wieder falle die Straßenbeleuchtung aus, sagt der 54-Jährige. Dann sei der Weg an einigen Stellen manchmal wochenlang stockfinster. Aggressive Wohnungslose aus Osteuropa haben an dem Weg ein dauerhaftes Zeltlager errichtet, Drogensüchtige campieren zwischen Büschen. „Aber weder Polizei noch Ordnungsamt fühlen sich zuständig.“

Ries und seine Angestellten fühlen sich von den Behörden alleingelassen. „Auf diesem gefährlichen Weg müsste viel mehr Streife gelaufen werden. Die Leute, die sich dort illegal niederlassen, müssen Platzverweise bekommen“, fordert er. Zudem müssten die Büsche und das hohe Gras an der Bahntrasse regelmäßig geschnitten werden.

Die Polizei war am Montag erneut an dem Fundort der Frauenleiche. Beamte sperrten den Weg ab, um mit einer Drohne den Tatort zu vermessen. Ermittler gehen bisher von einem Raubmord aus. Bis Montagnachmittag gingen bei der Polizei vier Hinweise aus der Bevölkerung ein. Eine heiße Spur zum Täter sei nicht dabei, hieß es.