Nach Polizeieinsatz: Clan-Mitglied macht Selfie mit Berliner SEK-Mann

Polizeisprecherin: „Plötzlich hat er seinen Arm um den Einsatzbeamten gelegt.“ Was ist passiert?

Das Foto sorgt bei der Polizei für Ärger.
Das Foto sorgt bei der Polizei für Ärger.Instagram

Ein Berliner Polizeibeamter in trauter Eintracht mit einem Mitglied eines berüchtigten Clans? Zumindest legt das ein Foto nahe, das auf Instagram geteilt wird, von einem Mitglied des berüchtigten libanesischen Remmo-Clans. Sein Foto sorgt jetzt bei der Polizei für Ärger – denn einer der Söhne des Clanchefs legt auf dem Bild seinen Arm um die Schultern eines behelmten und vermummten Beamten des Spezialeinsatzkommandos. Der Sohn des Clanchefs und der Polizist schauen für ein Selfie in die Kamera.

Das Bild entstand Ende Dezember während eines Polizeieinsatzes in der Neuköllner Villa der Großfamilie. Die Beamten waren gerufen worden, weil Inhaber des Instagram-Accounts und der Clanchef sich mit einem sieben Monate alten Tigerbaby bei Instagram präsentiert hatten. Die Familie hatte sich das Tier bei einem Zirkus für eine Hochzeitsfeier ausgeliehen.

Das Bezirksamt Neukölln vermutete eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Dort befürchtete man, dass das Raubtier vom Grundstück entkommen könnte und rief die Polizei. Als die Ordnungshüter auftauchten, war der Tiger wieder weg.

Eindruck eines gemeinsamen Selfies

Ob der SEK-Mann auf dem geposteten Foto lächelt oder verkrampft guckt, ist an seinen Augen (von der Redaktion gepixelt) nicht eindeutig zu erkennen.

Die Polizei bestätigt, dass es sich bei dem Polizisten tatsächlich um einen Einsatzbeamten des Berliner Spezialeinsatzkommandos handelt. Eine Sprecherin sagt über das Bild: „Es entstand im Zuge von polizeilichen Maßnahmen bei der Familie Remmo. Aufgrund einer Feierlichkeit hielten sich während des Polizeieinsatzes eine Vielzahl von Personen im Objekt auf.“ Diese hätten die eingesetzten Kräfte während der Maßnahmen fotografiert.

Nach Beendigung der Polizeimaßnahmen habe das Familienmitglied beim Verlassen des Objektes plötzlich einen Arm um den Einsatzbeamten gelegt, so die Sprecherin. In der anderen Hand habe er ein Mobiltelefon gehalten. Der Einsatzbeamte habe ihn darauf „umgehend beiseite“ gedrückt und ihn darauf hingewiesen, den Abstand zu ihm zu wahren. „In diesem Moment entstand offenbar das Foto, welches den falschen Eindruck eines gemeinsamen Selfies erweckt.“