Nach Randale im Zug: Geklaute Überwachungskamera bei Fans von FC Union gefunden

Polizisten haben in der Nacht zum Sonntag in Berlin-Friedrichshain etwa 50 Union-Fans kontrolliert. Nach Angaben eines Polizeisprechers waren sie gegen zwei Uhr in der Sonntagstraße in der Nähe vom S-Bahnhof Ostkreuz zum Teil vermummt unterwegs.

Die Berliner Beamten hatten zuvor von der Bundespolizei die Information erhalten, dass Anhänger des 1. FC Union bei ihrer Rückkehr von einem Spiel gegen Hansa Rostock einen Regionalzug demoliert hatten. Via Twitter hatten die Ermittler zudem Bilder vom Ausmaß der Sachbeschädigung veröffentlicht.

Die Bundespolizei erhofft sich Aufschluss über die Täter durch die Auswertung der Überwachungskameras im Zug. Doch das könnte schwierig werden: Mindestens eines der Geräte wurde von den Randalierern herausgerissen. Als die Polizeibeamten nun die Fußballfans am Ostkreuz kontrollierten, stellten sie bei einem eine geklaute Überwachungskamera sicher.„Es besteht der Verdacht, dass sie aus dem Regionalzug stammt“, sagte ein Polizeisprecher.

Auch Drogen gefunden

Die Polizei schrieb drei Anzeigen wegen besonders schweren Diebstahls, Sachbeschädigung – und auch wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Denn sie beschlagnahmte bei den Kontrollierten auch Drogen. Nach der Identitätsfeststellung vor Ort wurden die Union-Anhänger wieder  entlassen.

Wie sich inzwischen herausstellte, wurden die heimreisenden Fans von etwa 30 Bundespolizisten begleitet. Sie bekamen von der Randale offenbar nichts mit. Nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei wurde das Ausmaß des Schadens erst in Berlin deutlich.

Christian Arbeit, Sprecher des 1. FC Union Berlin, sagte am Sonntag: „Wir wissen nichts über die Randalierer. Wir hoffen, dass die Ermittlungen der Bundespolizei dazu führen, dass die Täter zur Verantwortung gezogen werden.“