Am Dienstagabend wollen Radaktivisten auf der Tauentzienstraße in Berlin-Charlottenburg mit einem Sit-In gegen Raserei protestieren. Auf seiner Facebookseite ruft der "Volksentscheid Fahrrad" dazu auf, sich um 18:30 Uhr auf den Tauentzien- Ecke Nürnberger Straße zu treffen, um dort "gemeinsam ein Zeichen zu setzen". Die Initiative tritt für einen Ausbau der Rad-Infrastruktur in Berlin ein.

Konsequenzen gefordert

Wörtlich heißt es in dem Aufruf: "Ich protestiere gegen Untätigkeit im Amt, gegen Verharmlosung des Missbrauchs von Autos als Waffe, gegen falsche Toleranz mit Russisch Roulette auf unseren Straßen." Weiter werden Politiker, Juristen, Autofirmen und die Medien aufgefordert, Konsequenzen aus dem Geschehen zu ziehen: "Ich fordere Innensenator Frank Henkel und den Polizeipräsidenten Klaus Kandt auf, ihren Job zu machen. Ich fordere die verantwortlichen Staatsanwälte und Richter auf, mit der vollen Härte des Gesetzes mörderisches Verhalten im Straßenverkehr zu ahnden.

Ich fordere den ADAC auf, nicht weiter protegierend seine Hand über die vermeintlichen Kavaliersdelikte im Straßenverkehr zu setzen. Ich fordere die Autohersteller auf, ihre technischen Möglichkeiten zu nutzen, um die schwarzen Schafe unter den Autofahrern an Exekutive und Judikative auszuliefern.

Ich fordere unsere Bundesregierung auf, die StVO und weitere Vorschriften zu verschärfen, um abschreckend unser Leben auf den Straßen zu schützen. Ich fordere die Medien auf, die richtige Sprache zu nutzen, wenn es um Tötungen im Straßenverkehr geht."

Unbeteiligter starb wegen Autorennen

Hintergrund ist ein schwerer Unfall, der sich in der Nacht zum Montag auf der Tauentzienstraße ereignet hatte. Der unbeteiligte Berliner Autofahrer war bei Grün über eine Kreuzung gefahren, als sein Wagen gerammt und er getötet wurde. Die Täter waren zwei Männer, die sich ein Rennen durch die Innenstadt geliefert hatten. (BLZ/dpa)