Berlin - Drei Tage nach der Schießerei in Wedding hat die Polizei nun ihren Druck auf Rocker des Klubs Guerilla Nation erhöht. Am Samstag durchsuchten schwer bewaffnete Beamte das Clubhaus der Rocker in der Wittstocker Straße in Mitte. Beweismittel wurden sichergestellt. Näheres teilte die Polizei aber nicht mit.

Am Mittwochabend hatten Tschetschenen, wie berichtet, aus Maschinenpistolen 16 Schüsse auf das Café Classic in der Groninger Straße abgefeuert. Aus dem Lokal heraus war das Feuer erwidert worden. Verletzt wurde niemand. Fünf Tschetschenen wurden festgenommen. Drei von ihnen erhielten am Donnerstag Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. Sie sitzen in der Untersuchungshaftanstalt Moabit. Die Hintergründe der Schießerei hat die Polizei noch nicht herausbekommen.

Haus wurde observiert

Das Gebäude war seit Freitag, wie in solchen Fällen üblich, von Zivilfahndern observiert worden. Am Samstagabend beobachteten Beamte, dass mehrere Männer zwei Autos beluden. Näheres ist noch nicht bekannt. Nach dieser Beobachtung betraten Polizisten das Vereinsheim. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 23 Leute in dem Haus. Insgesamt wurden mehrere Rocker wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, wegen unerlaubten Aufenthalts sowie wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angezeigt. Festnahmen gab es nicht, so die Polizei. Nach ihrer Befragung wurden die Rocker wieder freigelassen.

Das Einzige, das helfe, Rocker zu verunsichern, seien regelmäßige Durchsuchungen und die Beschlagnahme ihres Eigentums, sagen Fahnder aus dem Landeskriminalamt. Irgendwann zögen sie sich zurück. Die Guerilla Nation und ihr Berliner Ableger Vaynakh sollen mit den Hells Angels verbunden sein. Etwa 100 Männer gehören dem Club an, schätzt die Polizei. Sie konzentrieren sich vor allem auf Berlin und weiten Teilen Brandenburgs und befassen sich vor allem mit Prostitutionsgeschäften, Drogenhandel und der Erpressung von Schutzgeld.

Die Mitglieder kommen zumeist aus Tschetschenien, dem Nahen Osten und der Türkei. Viele der Mitglieder haben keinen Führerschein geschweige ein eigenes Motorrad, sagen Ermittler. Die Guerillas waren im August 2016 zuletzt in die Schlagzeilen geraten. Der 28 Jahre alte Dirk S., der Mitglied im Klub war, wurde in Lichtenberg vom Motorrad geschossen. Der Fall ist weiterhin ungeklärt.