Nach Sturm „Xavier“: Aufräumarbeiten dauern noch bis März 2018

Die Beseitigung der Schäden von Sturm „Xavier“ in den Berliner Bezirken wird teilweise noch bis März 2018 dauern. Mit Orkanböen bis zu 120 Kilometern pro Stunde wütete das Unwetter am 5. Oktober in Berlin. Eine Frau kam ums Leben, der Nahverkehr wurde lahmgelegt. Mittlerweile sind die Gleise wieder frei und die Straßen geräumt.

Doch erst langsam wird das gesamte Ausmaß der Schäden in der Natur deutlich. „Die Beseitigung von Schäden an Bäumen, der Nachschnitt von Ast- und Kronenausbrüchen wird sicher noch acht bis zehn Wochen dauern. Ziel ist eine Abarbeitung bis Weihnachten“, erklärte Diana Kerait vom Bezirksamt Pankow. Im Bezirk Lichtenberg ist die Rede von der Zielmarke „Ende erstes Quartal 2018“.

Noch immer ist nicht abschließend geklärt, wie viele Bäume von den Orkanböen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Nach Aussage der Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos) sollen allein in den Berliner Wäldern 46.000 Bäume teilweise massiv beschädigt worden sein.

Darüber hinaus sind nach jüngsten Schätzungen der Bezirksämter rund 4000 Bäume an Berliner Straßen, in Parks und auf Friedhöfen umgestürzt oder müssen gefällt werden. Weitere 6000 Stadtbäume auf öffentlichem Grund weisen schwere Schäden an Kronen, Ästen und Stämmen auf. Insgesamt gibt es in Berlin ungefähr 440.000 Bäume an Straßen und etwa genau so viele auf öffentlichen Grünflächen.

„Nach wie vor gilt für alle Grünanlagen und auf den Friedhöfen, dass das Betreten sehr gefährlich ist und dies nur in begründeten Ausnahmefällen geschehen sollte“, warnte Petra Margraf vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf. Viele Parkbereiche seien weiterhin mit Flatterband abgesperrt.

Friedhof komplett geschlossen

Der Spandauer Friedhof „In den Kisseln“, einer der größten in Berlin, sei komplett geschlossen, weil die Baumschäden zu gefährlich seien. Der Bestattungsbetrieb sei bis auf Weiteres eingestellt, hieß es auf der Internetseite des Friedhofs.

Schon jetzt ist klar, dass der Sturm die öffentlichen Kassen belasten wird. Allein der Bezirk Spandau rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von zwei Millionen Euro. Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf sind es 750 000 Euro. 

1500 Euro pro Baumfälllung

Das Fällen eines Baumes inklusive seines Abtransports und der Beseitigung des Baumstumpfs schlage im Schnitt mit 1500 Euro zu Buche, erklärte Tina Kamischke vom Bezirksamt Spandau. „Und bei einer Neupflanzung entstehen pro Baum durchschnittliche Kosten in Höhe von 1650 Euro - einschließlich zweijähriger Entwicklungspflege.“

Die Senatsumweltverwaltung teilte am Freitag mit, der Senat plane eine Soforthilfe für die Bezirke in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Das Geld werde für die Beseitigung von Bäumen bereitgestellt. Allerdings müssen die Bezirke daneben auch Reparaturen finanzieren, die durch das Umstürzen der Bäume notwendig geworden sind.

„Es gibt auch Folgeschäden in den Straßen selbst: herausgerissene Borde, zerstörte Lampen und Straßenschilder, Gehwege und kaputte Absperrgitter“, sagte Rainer Hölmer vom Bezirksamt Treptow-Köpenick.

Die große Zerstörungskraft von Sturm „Xavier“ lag vor allem an seinem frühen Zeitpunkt im Jahr. „Aufgrund der Situation, dass viele Bäume noch voll belaubt waren, hatte der Wind eine große Angriffsfläche“, erklärte Susanne Wein vom Bezirksamt Neukölln.

Außerdem seien die Böden durch viel Regen aufgeweicht gewesen und hätten die Wurzeln nicht gut halten können. „Bei den Straßenbäumen sind am häufigsten die noch voll belaubten Arten Ahorn und Eiche geschädigt“, erläuterte Diana Kerait vom Bezirksamt Pankow. (dpa)