Nach tödlichem Fahrradunfall: So soll es für Fahrradfahrer am Alexanderplatz und Karl-Marx-Straße weitergehen

Nach dem ersten tödlichen Fahrradunfall dieses Jahres in Berlin will der Senat prüfen, wie die Kreuzung am Haus des Lehrers in Mitte sicherer gemacht werden könnte. Dort war am Mittwoch eine 37-jährige Radfahrerin von einem Lastwagen, der rechts abbog, getötet worden.   „Wir prüfen, was getan werden kann“, sagte Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) am Freitag während eines kurzfristig anberaumten Ortstermins. Allerdings wird der Umbau des Knotenpunkts bis Sommer 2020 dauern.

Auch ein Radfahrer kam zur Ecke Alexanderstraße/ Karl-Marx-Allee, wo Kerzen und Blumen an die tödliche Kollision erinnern. Er habe die Polizei schon 2016 darauf hingewiesen, dass die Kreuzung unweit vom Alexanderplatz „extrem gefährlich“ sei, sagte er. Rechtsabbieger missachten den Vorrang geradeaus fahrender Radler, beide haben gleichzeitig grünes Licht. „Warum reagieren Sie erst, nachdem ein Mensch gestorben ist?“, fragte er die Senatorin. Günther entgegnete: „Bis wir Berlin umgebaut haben, dauert es“ – von zehn Jahren war die Rede. Zudem sei es meist so, dass die Bezirke für die Baumaßnahmen verantwortlich sind, was die Abläufe verlängert.

Radfahrer sollen mehr Möglichkeiten an der Kreuzung am Haus des Lehrers bekommen

Während des Umbaus der Karl-Marx-Allee, der 2018 begann und Radfahrern ab 2020 bis zu vier Meter breite Fahrstreifen beschert, wird auch die Alexanderstraße neu gestaltet. Vorgesehen ist, vor dem Haus des Lehrers dem Kfz-Verkehr eine Linksabbiegespur wegzunehmen und den Platz für einen breiten Radfahrstreifen auf der Fahrbahn zu nutzen.

Bisher geplant war auch, vor Kreuzung eine „Fahrradweiche“ zu markieren. Radfahrer, die geradeaus wollen, bekommen eine Extraspur links von dem Fahrstreifen, von dem aus es nach rechts geht. Eine gefährliche Planung, warnen Radaktivisten. Radfahrer müssten zwischen Autos und Lkw auf Grün warten, und zuvor kreuzen Rechtsabbieger die Radlerspur. Günther kündigte nun an: „Die Fahrradweichenplanung kommt noch einmal auf den Prüfstand“ – auch die Markierung in der Holzmarktstraße werde überprüft.

Lastwagenfahrer nur noch mit Abbiegeassistent in die Berliner Stadt

Bisher geplant war auch, vor der Kreuzung eine „Fahrradweiche“ zu markieren. Radfahrer, die geradeaus wollen, bekommen eine Extraspur links von dem Fahrstreifen, von dem aus es nach rechts geht. Eine gefährliche Planung, warnen Radaktivisten. Radfahrer müssten zwischen Autos und Lkw auf Grün warten, und zuvor kreuzen Rechtsabbieger die Radlerspur. Günther: „Die Fahrradweichenplanung kommt auf den Prüfstand“ - die entsprechende Markierung in der Holzmarktstraße werde ebenfalls überprüft. Laut Twitter wird für die Kreuzung am Haus des Lehrers auch eine Radampel erwogen. Sie könnte eventuell schon vor 2020 kommen.

Abbiegeassistenten warnen Lkw-Fahrer, wenn ihnen Radfahrer zu nahe kommen. Die Verwaltung prüft jetzt, ob Lastwagen, die nicht über diese Technik verfügen, aus Berlin verbannt werden können. Dabei gehe es auch darum, ob ein solches Verbot mit dem EU-Recht vereinbar wäre, sagte die Senatorin. Die Abbiegeassistentenpflicht sollte nach einer Übergangszeit rasch in Kraft treten – Günther sprach von einem Jahr.