Berlin - Nach den tödlichen Schüssen aus Polizeiwaffen in einem Flüchtlingsheim in Moabit hat ein Richter am Mittwochabend Haftbefehl wegen sexuellen Missbrauchs gegen den 29-jährigen Tayyeb M. erlassen. Der Pakistaner wird beschuldigt, sich am Dienstagabend an einem sechsjährigen irakischen Mädchen vergangen zu haben, das ebenfalls in dem Heim lebt. Als der Vater des Kindes auf den Mann mit einem Messer losging, wurde er von Polizisten erschossen.

Die Frau und die Kinder des Getöteten stehen unter schwerem Schock. Die 25-jährige Ehefrau, die beiden Töchter im Alter von zehn und sechs Jahren sowie der dreijährige Sohn wurden in einer Wohnung untergebracht. „Sie werden eng psychologisch betreut“, sagt Sascha Langenbach, Sprecher des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten. In die Wohnung sei eine arabischsprachige Psychologin mit eingezogen. „Auch in der Notunterkunft sind wir vor Ort in Gesprächen mit allen Bewohnern. Wir zeigen, dass uns dieser tragische Vorfall bewegt“, so der Sprecher.

Die Landsleute des Pakistaners seien vorsorglich in eine andere Unterkunft verlegt worden. Betroffen seien sieben Personen. Diese hätten zum Teil erst einen Tag in der Unterkunft in der Kruppstraße gelebt und den Vorfall nicht miterlebt.