Mit einem größeren Aufgebot ist die Polizei am Mittwoch im Bereich des RAW-Geländes in Friedrichshain gegen Dealer vorgegangen. 65 Beamte kontrollierten zwischen 17 und 24 Uhr auf dem Areal. „Dabei wurden 28 Personen überprüft“, sagte ein Polizeisprecher. Elf Personen wurden wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz mitgenommen. Nach Überprüfung der Personalien durften sie gehen.

Nach den zwei brutalen Überfällen am Wochenende steht das Partygelände an der Revaler Straße im Fokus der Öffentlichkeit. Seitdem wird viel über Gewalt und Drogen auf und um das Areal diskutiert. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, führte sie in der ersten Hälfte dieses Jahres rund 250 Kontrollen im Bereich des RAW durch – allerdings nur selten mit einem so großen Personaleinsatz wie am Mittwoch.

Razzien lösen die Probleme nicht

Olaf Möller, Vorsitzender der Clubcommission Berlin, in der auch einige Clubs auf dem RAW-Gelände Mitglieder sind, glaubt nicht, dass sich die Probleme durch Razzien lösen lassen. „Das ist Aktionismus.“ Eine solche Law- und Order-Politik sei schon am Görlitzer Park gescheitert. Sinnvoller sei es, ein Gesamtkonzept für mehr Sicherheit zu erarbeiten und dabei alle Beteiligten – Clubbetreiber, Anwohner, Polizei, Bezirksamt und die Eigentümer des Geländes, die Kurth-Gruppe, – einzubeziehen. Der Commission gehören beispielsweise das Astra und der Suicide Circus an. Auch die Betreiber der Pool-Lounge Haubentaucher sprachen sich am Donnerstag für einen solchen Runden Tisch aus.

Die Kriminalität auf und rund um das RAW-Gelände sei für die Clubbetreiber ein großes Problem, sagt Möller. „Sie wollen natürlich, dass sich ihre Gäste sicher fühlen.“ Ein Grund für die negative Entwicklung sei der Touristenboom: „Es kommen nicht mehr nur die typischen Berliner Clubbesucher, sondern auch viele Leute, die sich nicht benehmen können.“

Die Betreiber haben ein Auge darauf, dass in ihren Clubs nichts passiert. „Wir haben unser eigenes Sicherheitspersonal“, sagt Daniel Lente vom Haubentaucher. In dessen Sichtweite seien die Gäste geschützt. Es sei auch noch keinem der Gäste des Haubentauchers etwas passiert. Darüber hinaus würde er sich aber ebenfalls einen Runden Tisch zum Thema Sicherheit mit Politikern, Eigentümern und Polizei wünschen.

RAW-Gelände darf nicht verloren gehen

Das RAW-Gelände sei noch immer eine tolle Sache, sagt Möller. Es dürfe nicht sein, dass dieser Ort verloren geht. Die Clubcommission habe in der Vergangenheit immer wieder Gespräche über das Gelände mit den verschiedenen Beteiligten angeregt und moderiert. Weitere würden folgen. Ziel sei es, ein Gesamtkonzept zu entwickeln. Einzelheiten seien noch nicht spruchreif. Zuerst müsse man alle Vorschläge diskutieren – etwa mehr Polizei und eine bessere Beleuchtung .

An Gesprächsbereitschaft mangelt es wohl nicht. Die Kurth-Gruppe kündigte an, man werde sich mit den Clubbetreibern zusammensetzen, um den Einsatz des Security-Personals zu verbessern. Außerdem sollen Büsche geschnitten und eine bessere Beleuchtung auf dem Gelände installiert werden. Auch der Bezirk war und ist für Gespräche zu haben. Damit außerhalb des Areals Straßenlampen aufgestellt werden, hat Finanzstadträtin Jana Borkamp (Grüne) nun an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung geschrieben. Bisher hatte dies keine Priorität, da entlang der RAW-Mauer an der Revaler Straße keine Wohnhäuser stehen.