Seit zehn Jahren sucht die Polizei nach der Mutter von Victoria, einem Neugeborenen, das im Dezember 2001 in Potsdam tot aufgefunden wurde. Die Kriminalisten gehen von einer Straftat aus, fanden bislang aber einfach keine Spur, die sie zu der Mutter führte. Doch nun gibt es neue Details über die Mutter.

Wie die Staatsanwaltschaft Potsdam am Mittwoch mitteilte, konnte mit neusten Ermittlungsmethoden für mehr Klarheit über die Identität der Mutter gesorgt werden. Kurz gesagt: Die Gerichtsmediziner und die Forschung sind bei der Entschlüsselung des Erbguts auch an kleinsten Spuren an einem Tatort deutlich weiter als vor zehn Jahren.

Nun hoffen die Ermittler, die Mutter des toten Kindes doch noch ausfindig machen zu können. Deshalb wurden nun die neusten Details der Ermittlungen veröffentlicht – und noch einmal wird die Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen. Immerhin ist in dem Fall eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Polizei Brandenburg
Fundort in Potsdam: Die Polizei bittet erneut um Mithilfe bei der Fahndung.

„Victoria“ ist nicht der echte Name des Kindes. Die Ermittler kennen ihn nicht. Das tote Neugeborene wurde am 23. Dezember 2011 im Westen von Potsdam zwischen einem Garagenkomplex an der Kantstraße und dem angrenzenden Bahndamm gefunden.

Die Ermittler nannten das Mädchen Victoria. „Laut Obduktionsergebnis kam das Kind in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember zur Welt und war lebensfähig“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. „Der Leichnam wies Spuren von Gewalt auf, die zum Tod geführt haben könnten.“ Auch mehr als zehn Jahre nach dem gewaltsamen Tod des Mädchens werde „unverändert intensiv“ ermittelt.

Neue Untersuchung von Spuren könnten zur Mutter führen

Mit neusten technischen Methoden wurden Spuren untersucht. Die Analyse erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Köln. „Dabei wurden Spuren der Mutter neu entschlüsselt, die an dem Handtuch sichergestellt werden konnten, in dem die Leiche des Säuglings eingewickelt war“, heißt es.

Die angewandten Untersuchungsmethoden würden nun klare Rückschlüsse zur Farbe der Augen der Mutter zulassen, aber auch zur Farbe ihrer Haare und ihrer Haut. Auch sei es gelungen, das mögliche Alter der Kindsmutter einzugrenzen.

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Die Spuren von diesen Handtuch wurden noch einmal untersucht.

Die Ermittler der Mordkommission suchen nun nach einer Frau, die im Dezember vor zehn Jahren zwischen 25 und 35 Jahre alt und zuvor schwanger war. Sie hat blaue Augen, hat von Natur aus blonde Haare und eine helle Hautfarbe. Die Polizei fragt nun in einer Öffentlichkeitsfandung: Wer kennt eine Frau, die als Mutter des verstorbenen Neugeborenen in Betracht kommen könnte?

Bislang führte auch die Auslobung von 10.000 Euro nicht zu Hinweisen, die zur Mutter führten. Die Polizei hat 2014 auch eine DNA-Reihenuntersuchung durchgeführt und dabei 1600 DNA-Identifizierungsmuster analysiert. Ohne Erfolg.

Telefonische Hinweise nimmt die Polizei in Potsdam entgegen unter: 0331/5508 2766, per E-Mail: mordkommission.pdwest@polizei.brandenburg.de