Gemach! Kaum wird uns Kardinal Woelki, Berlins Ex-Erzbischof der Herzen, verlassen, um zurück in die deutsche Hauptstadt des Karnevals und des Klüngels zu ziehen, da werden schon die ersten Namen möglicher Nachfolger gehandelt. Es sind allesamt Männer – okay, geschenkt, geht nicht anders, auch nicht in Berlin, Hochburg des Gendermainstreaming, der freien Wahl eigener Geschlechtlichkeit und der strengen Quoten.

Man darf vielleicht kurz daran erinnern, dass Berlin bereits 1989 ein reines Senatorinnenkabinett hatte, wenn auch unter einem gewissen Herrn Momper als Boss. Aber wir schweifen ab.

Dass der neue Erzbischof ein Katholik sein muss, dazu noch möglichst gläubig, ist aus Sicht der Kirche verständlich. Aber dann wird es doch sehr formal: 25 Jahre Mindestalter, Priesterweihe, möglichst Doktortitel, fünf Jahre Berufspraxis, natürlich Ehelosigkeit – das ist alles schon sehr streng. Und durchaus nicht mehr zeitgemäß. Bei der Polizei wird ja auch überlegt, ob man die obligatorische Sportprüfung besser in die Ausbildung verlegt statt immer schon davor alle Moppel durchfallen zu lasssen. Sie können später die besten Polizisten sein!

Dies wäre, so meinen wir, auch ein guter Weg fürs hiesige Erzbistum. Kirchenrecht mag etwas starr sein, doch die Vorteile liegen auf der Hand: Der Bewerberkreis wäre ungleich größer, unerkannte geistliche Talente hätten Chancengleichheit. Nehmen wir, zum Beispiel, Klaus Wowereit. Der Mann erfüllt ohnehin fast alle Voraussetzungen: Katholik, Zölibat, Glaubensstärke, streng genommen sogar Märtyrertum, falls das als Berufspraxis durchgeht – nur Priester war er halt nicht. Je nun! Wir fordern Wowereit hiermit dringend zu einer Initiativbewerbung auf, denn wer, wenn nicht er, könnte wirklich neue Impulse setzen im Erzbistum Berlin. Für den Senat findet sich dann schon was.