Zu seinem 75. Geburtstag im Juli 2019 hatte er sich noch mit dem herrlichen Blick auf den Wannsee gewünscht: „Es soll alles so bleiben, wie es ist.“ Der Wunsch eines Mannes, der alles hat und glücklich ist. Lange wirkte der Wunsch nicht. Am Freitag zur Mittagsstunde starb Udo Walz in der Berliner Charité. Er war dort nach einem diabetischen Schock behandelt worden.

Als Walz mit 18 Jahren im noblen Ski-Dorf St. Moritz der neue Friseur im Ort war, über den sich schnell herumsprach, dass er die elegantesten Hochsteckfrisuren zaubert, nannte er sich Monsieur Boris. Und bewies damit zum ersten Mal sein sicheres Gespür für Marketing, das ihn noch weit bringen und zum Inhaber mehrerer Salons machen sollte. Mit seinem richtigen Vornamen wäre er sicher nicht so schnell bekannt geworden. Marlene Dietrich gehörte zu seinen ersten prominenten Kundinnen und ließ sich von diesem Boris nicht nur die Haare machen, sie wollte auch mit ihm ausgehen. In einer Zeit, in der Friseure im Hotelfoyer unerwünscht waren und noch nicht mal den Haupteingang benutzen durften, war das keine Selbstverständlichkeit. Friseure mussten damals noch durch den Personaleingang, später bildeten sie dann irgendwann eine eigene Star-Kategorie.

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